Die Kaffeesteuer – eine überflüssige Steuer?

Die Kaffeesteuer – eine überflüssige Steuer?

Die Kaffeesteuer – eine überflüssige Steuer? – finanzen-heute.com

Viele beginnen den Tag gerne mit einer guten Tasse Kaffee, aber nur wenige wissen, dass der Staat an jeder Tasse verdient, und zwar durch die Kaffeesteuer. Diese Steuer ist 235 Jahre alt, sie wurde 1781 vom Preußenkönig Friedrich II. ins Leben gerufen, und sorgte damit für das staatliche Monopol auf Kaffee. Bis zur Gründung des Deutschen Reiches im Jahre 1871 war der Kaffeezoll eine der größten Einnahmequellen für die kleinen deutschen Staaten.

Vom Einfuhrzoll zur Verbrauchsteuer

Verdiente der Staat früher mit dem Einfuhrzoll für Kaffee eine Menge Geld, so ist es heute die sogenannte Verbrauchsteuer, die Geld in die Staatskasse bringt. Zwar ist die Einfuhr von Kaffeebohnen frei von Steuer und Zoll, aber wenn die Kaffeebohnen dann geröstet werden, dann werden sie auch steuerpflichtig. Es ist unerheblich, ob man jetzt Röstkaffee oder löslichen Kaffee trinkt, für beide Sorten muss Kaffeesteuer bezahlt werden. Das Gleiche gilt auch für Waren, die Kaffee enthalten, wie zum Beispiel Eiskaffee, Cappuccino oder Pralinen, die nach Mokka schmecken. Auch sie bringen dem Staat zusammen mit dem Kaffee jedes Jahr rund eine Milliarde Euro ein.

Schuld ist der Kaffeekonsum

Neben Deutschland wird Kaffee in Europa nur noch in Dänemark, Belgien, Lettland und in Rumänien besteuert, in Deutschland ist die Kaffeesteuer aber am höchsten. Dass der deutsche Finanzminister an der Steuer festhält, das liegt am großen Kaffeekonsum, denn nach den USA ist der deutsche Markt für Kaffee der größte der Welt. Jedes Jahr wird in Deutschland mehr als eine halbe Million Tonnen Kaffee verarbeitet, und jeder Deutsche trinkt durchschnittlich 6,4 Kilogramm Kaffee in einem Jahr. Noch mehr Kaffee trinken die Menschen in Skandinavien, die statistisch drei Tassen am Tag genießen.

Was hat Luxemburg mit der deutschen Kaffeesteuer zu tun?

Die Deutschen verdanken ihre Kaffeesteuer nicht nur Friedrich dem Großen, sondern auch dem hohen Kaffeekonsum unseres Nachbarn Luxemburg. Sagenhafte 25,6 Kilogramm Kaffee werden in Luxemburg pro Jahr verbraucht, das ist mehr als doppelt so viel, wie die Finnen trinken und viermal so viel, wie die Deutschen schlürfen. Allerdings sind die Zahlen aus Luxemburg mit Vorsicht zu genießen, denn ein nicht gerade kleiner Teil des Kaffees wandert regelmäßig über die Grenze. Je nachdem, wie hoch die Kaffeepreise in den Nachbarländern sind, wird der Kaffee entweder von Deutschland nach Luxemburg oder umgekehrt über die Grenze gebracht.

Kaffee aus aller Welt

Die Zeiten, in denen der Kaffee, den wir jeden Tag trinken, nur aus Mittel- und Südamerika kam, sind lange vorbei. Zwar kommt nach wie vor die Hälfte des Kaffees aus diesen Ländern, aber Kaffee aus Kolumbien oder Costa Rica spielt heute auf dem Weltmarkt keine Rolle mehr. Gut ein Drittel des Kaffees stammt aus Brasilien, dann folgt mit 17 % Vietnam und auf dem dritten Platz ist Indonesien mit acht Prozent zu finden.

Bild: © Depositphotos.com / racorn

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.