Warum treibt Saudi-Arabien den Ölpreis nach unten? » Finanzen Heute

Warum treibt Saudi-Arabien den Ölpreis nach unten?

Autofahrer, die in diesen Tagen zur richtigen Uhrzeit die richtige Tankstelle anfahren, die können sich freuen, denn die Preise für Benzin und Diesel sind erstaunlich niedrig. Schuld an dieser Preispolitik ist eine Art Krieg zwischen der OPEC auf der einen und den USA auf der anderen Seite. Angefeuert wird dieser Krieg durch die Schockwellen an den chinesischen Börsen, die auch die Märkte für Rohstoffe beeinflussen. Experten gehen jetzt davon aus, dass der Ölpreis unter 20,- Dollar fällt, aber das ist noch lange nicht alles, was Saudi-Arabien vorhat.

Wie China den Ölpreis beeinflusst

Chinas Börsen kommen einfach nicht zur Ruhe. Schon zum dritten Mal in wenigen Tagen gaben die Börsen wieder um 6,6 % nach, der Handel musste erneut ausgesetzt werden, und nicht nur die Aktionäre kommen einmal mehr ins Schwitzen. Mit den fallenden Kursen rutscht auch der Ölpreis nach unten, denn schließlich ist China der größte Verbraucher von Rohöl weltweit. Wenn sich dieser Trend langfristig hält, dann wird Öl über kurz oder lang Ramschniveau haben, etwas, das die Besitzer von Ölheizungen und vor allem die Autofahrer freuen wird. Aber neben China gibt es noch einen weiteren Grund für den niedrigen Ölpreis.

Es gibt eine Ölschwemme

China ist ein Risiko für den weltweit nach unten tendierenden Ölpreis, eine Ölschwemme in der Golfregion rund um Saudi-Arabien ist eine weitere Gefahr. Der Grund für die Ölschwemme ist aber wiederum im Reich der Mitte zu suchen, denn während die USA und Russland fleißig fördern, wächst China nicht weiter und das sorgt für eine immer schwächer werdende Nachfrage nach Rohöl aus den OPEC-Staaten wie Saudi-Arabien. Als wenn diese Probleme noch nicht genug wären, mit dem aktuellen Konflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran kommt jetzt noch ein weiterer Krisenherd dazu. Im Moment ist es ruhig, aber wenn die Spannungen zwischen den beiden Staaten zunehmen, wird sich das auch auf den Ölpreis auswirken, denn dann werden die Preise wieder angeheizt.

Konflikte werden über den Ölpreis ausgetragen

Es ist nicht das erste Mal, dass Konflikte im Nahen Osten über den Ölpreis ausgetragen werden, jetzt sind es der Iran und Saudi-Arabien. Die Regierung in Riad ist offensichtlich finanziell nicht mehr allzu gut aufgestellt und plagt sich mit zu geringen Umsätzen aus dem Ölverkauf. Damit nicht genug, jetzt überraschte der Vize-Kronprinz Saudi-Arabiens, Mohammad bin Salman auch noch mit der Nachricht, dass er gerne den weltweit größten Ölkonzern, die staatliche Firma Aramco an die Börse bringen will. Er sei von seinem Plan begeistert, sagte der stellvertretende Kronprinz der etwas verwunderten Fachpresse, aber noch ist das Ganze ein Plan, denn gesucht werden noch großzügige Geldgeber. Die Aramco gibt es bereits seit 1935 und das Unternehmen sitzt aktuell auf 260 Milliarden Barrel Öl, das ist zehnmal so viel, wie der US-Konzern ExxonMobil fördern kann.

Bild: © Depositphotos.com / ssuaphoto


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.