Bargeld – überflüssig oder sinnvoll?

Bargeld – überflüssig oder sinnvoll?

Die Deutschen mögen es, wenn die Geldscheine in der Geldbörse knistern und die Münzen klimpern, sie hängen am Bargeld. So mancher Volkswirt steht dem Geld als Münze und Schein aber eher skeptisch gegenüber und viele würden es sogar gerne komplett abschaffen. Während in Dänemark und auch in Schweden das Bargeld in der näheren Zukunft abgeschafft werden soll, zahlen die Deutschen nach wie vor am liebsten in bar. Aber was wäre, wenn das Bargeld abgeschafft würde?

Die Deutschen lieben ihr Geld

Die Plastikkarte statt Münzen und die passende App fürs Smartphone statt Scheine – was in Skandinavien schon fast normal ist, ist in Deutschland noch Zukunftsmusik. Über die Hälfte der Deutschen, nämlich 53 %, zahlen ihre Einkäufe immer noch gerne mit Bargeld. Bei drei von fünf Gelegenheiten kommt bares Geld auf den Tisch und alle, die sich geldtechnisch nicht mit dem digitalen Zeitalter anfreunden können, haben aus ihrer Sicht dafür viele gute Gründe.

Was spricht für Bargeld?

Einer der Gründe, der für das Bargeld spricht, ist die bessere Kontrolle über die Ausgaben. Bargeldzahler haben das Gefühl, dass sie besser nachvollziehen können, wie viel sie zum Beispiel bei einem Stadtbummel ausgegeben haben. Man setzt sich eine Grenze, nimmt entsprechend viel Geld mit und wenn das Geld ausgeben wurde, dann besteht nicht mehr die Gefahr, noch mehr zu kaufen. Bar zahlen bedeutet aber auch Anonymität, denn wer mit Münzen und Scheinen bezahlt, der hinterlässt im Laden keine elektronischen Fingerabdrücke. Ein weiterer Grund gegen den bargeldlosen Zahlungsverkehr ist die Datensicherheit, denn noch immer haben viele Deutsche Angst davor, dass ihre Bankdaten in die falschen Hände geraten.

Bargeldlos bezahlen ist nicht überall möglich

Wer gerne auf den Flohmarkt geht, um in alten Schätzen und Schnäppchen zu stöbern, der wird weder mit der EC-Karte noch mit der Kreditkarte viel ausrichten können, auf dem Trödelmarkt ist Bargeld gefragt, aber nicht nur dort. Spenden werden bar bezahlt, ebenso wie die „Gage“ für den Straßenmusikanten. Auch das Sparen macht mit barem Geld mehr Spaß, denn wer sieht, wie das Sparschwein immer dicker wird, der freut sich darauf, das Ersparte für etwas Schönes ausgeben zu können.

Was spricht gegen bares Geld?

Aus Sicht der Logistik ist Bargeld ein hoher Kostenfaktor, denn Münzen müssen schließlich geprägt und Scheine gedruckt werden. Dazu kommen die Kosten für den gesicherten Transport des Geldes und wer viel Bares zu Hause aufbewahrt, der kommt um den Kauf eines Tresors nicht herum. Auch wenn es um die Kriminalität geht, dann ist es besser, wenn es kein Bargeld mehr geben würde, denn dann könnte die Geldwäsche ebenso eingedämmt werden wie auch der Handel mit Drogen. Für die Gesundheit wäre der bargeldlose Zahlungsverkehr ebenfalls die bessere Wahl, denn Scheine und Münzen gehen von Hand zu Hand, sie sind damit ein Transportmittel für Krankheiten aller Art, denn auf einem einzigen Geldschein tummeln sich bis zu 26.000 Krankheitserreger.

Bild: © Depositphotos.com / icsnaps


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Bargeld – überflüssig oder sinnvoll?
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  • Abschaffung Bargeld 2016

Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.