Edeka übernimmt Tengelmann – was bedeutet das für Verbraucher?

Veröffentlicht: 13. Januar 2016 | 11:32 Uhr
Edeka übernimmt Tengelmann – was bedeutet das für Verbraucher?

Diese Übernahme ist umstritten, aber jetzt hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel den Weg für die Übernahme geebnet: Kaiser’s Tengelmann wird vom Marktriesen Edeka übernommen. Allerdings ist die Übernahme mit einigen Auflagen verbunden. Um welche Auflagen es sich dabei handelt, will der Minister im Rahmen eines Pressestatements genauer erläutern.

Edeka im zweiten Anlauf

Schon im April 2015 hat Edeka einen Versuch unternommen, Kaiser’s Tengelmann zu übernehmen, damals wurde die Fusion aber abgelehnt. Als Grund wurde ein verzerrter Wettbewerb genannt, aber Edeka gab sein Vorhaben nicht auf. Um das Veto auszuhebeln, hat Edeka jetzt eine Ministererlaubnis beantragt und das offenbar mit Erfolg. Die Monopolkommission und auch die Gewerkschaft ver.di haben Gabriel von einer Fusion abgeraten, aber Gabriel hat zugestimmt.

Das sagen die Befürworter

450 Kaisers Supermärkte werden von Edeka übernommen und die Zustimmung des Ministers gründet sich vor allem darauf, dass viele Arbeitsplätze an den verschiedenen Standorten erhalten bleiben. Immerhin sind es 16.000 Arbeitsplätze, die bei einem Zusammenbruch von Kaiser’s Tengelmann auf dem Spiel stehen, ob der Branchenführer Edeka aber alle diese Mitarbeiter auch tatsächlich übernimmt, daran hat vor allem die Gewerkschaft ihre Zweifel. Auch die Hamburger Wirtschaftsbehörde sieht sorgenvoll in die Zukunft, denn in der Behörde sieht man „den Arbeitsmarkt als eine abstrakte Ebene, auf der sich Arbeitsplätze weder schaffen noch sichern lassen“.

Wer ist gegen die Fusion?

Ein der strikten Gegner der Fusion und auch der Ministererlaubnis ist nach wie vor die Gewerkschaft ver.di. Dort reagierte man mit Unverständnis auf die Entscheidung Gabriels, denn sie befürchten, dass Edeka nach der Übernahme von Kaiser’s Tengelmann den Konzern zerschlagen wird und die Filialen auf Kaufleute der Edeka-Gruppe verteilt werden. Für die Beschäftigten bedeutet das, dass sie mit deutlich schlechteren Arbeitsbedingungen rechnen müssen, da die Flächentarifverträge nicht mehr existent sind und die gewohnten betrieblichen Strukturen nach und nach aufgeweicht werden. Auch dass Standorte vor allem in den eher ländlichen Regionen geschlossen werden und die Arbeitsplätze verloren gehen, befürchtet ver.di, und den Zusicherungen von Edeka wollen sie nicht so recht glauben.

Was bedeutet die Übernahme für die Verbraucher?

Wenn die Übernahme wie geplant klappt, dann werden die Kunden von Edeka in den Märkten Waren finden, die auch Tengelmann im Sortiment hatte. Sollte sich die Befürchtung der Gewerkschaft bewahrheiten, dann kann es passieren, dass der Tengelmann-Markt vor Ort vielleicht seine Pforten schließt, da Edeka nur an strukturstarken Standorten in Deutschland interessiert ist. Inwiefern sich der Service und die Preise ändern werden, darüber kann bisher nur spekuliert werden. Das größte Supermarktunternehmen des Landes wird damit eine Monopolstellung haben und Skeptiker der Übernahme sehen für die Zukunft ein einheitliches Angebot, das keinen Vergleich mit der Konkurrenz mehr zu lässt. Es bleibt abzuwarten, was Sigmar Gabriel zur Übernahme zu sagen hat.

Bild: © Depositphotos.com / defotoberg

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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