Zuzahlungen für Kassenpatienten – die doppelte Belastung

Zuzahlungen für Kassenpatienten – die doppelte Belastung

Zuzahlungen für Kassenpatienten – die doppelte Belastung – finanzen-heute.com

Die Gesundheit ist das höchste Gut, aber Gesundheit ist in Deutschland auch ein sehr teures Gut geworden. Das bekommen Kassenpatienten vor allem immer dann zu spüren, wenn es um die Zusatzleistungen und die entsprechenden Zuzahlungen geht. Was nur wenige gesetzlich Krankenversicherten wissen, ist, dass die Zuzahlungen im Höchstfall nur zwei Prozent des jeweiligen Einkommens ausmachen dürfen.

Gesundheit wird immer teurer

In diesem Jahr steigen die Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen, aber auch die Zuzahlungen für bestimmte medizinische Leistungen werden teurer. Schon in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres lagen die Zuzahlungen um 125 Millionen Euro höher, als das noch 2014 der Fall war. Die Versicherten zahlten 2015 insgesamt knapp vier Milliarden Euro an zusätzlichen Leistungen und diesem Jahr müssen sich die Krankenversicherten noch einmal auf erhöhte Kosten einstellen. Wenn es um Zuzahlungen geht, dann gibt es aber eine sogenannte soziale Klausel, die besagt, dass der Versicherte nicht mehr als zwei Prozent seines jährlichen Bruttoeinkommens für die Zuzahlungen aufbringen muss. Nur Kinder und Jugendliche bis zur Volljährigkeit sind generell von einer Zuzahlung für bestimmte Leistungen befreit.

Hohe Zuzahlungen für Medikamente

Das Bundesgesundheitsministerium macht für Zuzahlungen vor allem die überdurchschnittlich stark gestiegenen Ausgaben für Medikamente verantwortlich. Aber auch die gesunkene Zahl der Versicherten, die von der Zuzahlung befreit sind, sorgt dafür, dass diejenigen, die für ihre Zusatzleistungen selbst aufkommen müssen, immer mehr bezahlen. Geringverdiener und auch Arbeitslose und Rentner müssen nur sehr wenig für zusätzliche Leistungen zahlen und auch Menschen, die chronisch krank sind, brauchen nichts dazuzahlen.

Wer ist für die steigenden Kosten verantwortlich?

Es ist die Politik, die für die Höhe der Zuzahlungen verantwortlich ist, denn die Regierung legt per Gesetz fest, wie viel mehr für ein Medikament oder für einen Aufenthalt im Krankenhaus bezahlt werden muss. Wenn von den Ärzten mehr Medikamente verschrieben und immer mehr Menschen in den Krankenhäusern behandelt und therapiert werden, dann steigen auch die Kosten, es ist praktisch eine Sache von Angebot und Nachfrage. Dazu kommt, dass bei den erhöhten Beiträgen für die Krankenkassen nur die Arbeitnehmer mehr bezahlen, die Arbeitgeber sind außen vor. In dieser Legislaturperiode, so der Staatssekretär im Finanzministerium Jens Spahn (CDU), ist der Beitrag für die Arbeitgeber festgeschrieben. So werde eine Planungssicherheit für bereits bestehende, aber auch für neue Jobs geschaffen, so Spahn weiter.

Ärger um die Reformpläne der Ärzte

Neuer Ärger droht jetzt auch durch die geplante Honorarreform der Ärzte. So will die SPD verhindern, dass die Ärzte bei der Behandlung von Privatpatienten immer mehr Geld bekommen. Diese Reform gehe vor allem zulasten der gesetzlich versicherten Patienten, die in der Folge durch immer höhere Zuzahlungen belastet werden. Die SPD will erreichen, dass es eine einheitliche Bezahlung der Ärzte gibt, was im Moment aber für die Regierung kein Thema ist.

Bild: © Depositphotos.com / racorn

Hat Ihnen der Beitrag „Zuzahlungen für Kassenpatienten – die doppelte Belastung“ gefallen?

Hier geht es zu weiteren interessanten Themen …

Wollen Sie immer aktuell bleiben? Unsere Gratis Handy App installieren …

Zuzahlungen für Kassenpatienten – die doppelte Belastung
5 (100%) 1

Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.