News: Griechenlandkrise – eine Parallelwährung wird es nicht geben » Finanzen Heute

<span class=ns>News:</span> Griechenlandkrise – eine Parallelwährung wird es nicht geben

Griechenland wurde vom Trubel der aktuellen Schlagzeilen ein bisschen an den Rand gedrängt, was aber nicht heißen soll, dass sich die Lage in dem krisengeschüttelten Land verbessert hätte. Im Gegenteil, die Griechenlandkrise ist nach wie vor präsent und jetzt sorgt Ioannis Stournaras, der neue Chef der Zentralbank in Griechenland, für neues Aufsehen.

Das nächste Hilfspaket ist auf dem Weg

Im Rahmen des mittlerweile dritten Hilfspaketes bekommt Griechenland noch einmal 86 Milliarden Euro, von denen zehn Milliarden zur Rettung der maroden Banken des Landes gedacht sind. Bereits im November sind zwei Milliarden Euro überwiesen worden, aber die Geldgeber, allen voran Deutschland, sind mit den Reformen immer noch nicht zufrieden. Jetzt hat der Chef der Zentralbank eine brisante Neuigkeit ausgeplaudert, denn er hat im Sommer verhindert, dass in Griechenland eine Parallelwährung eingeführt werden konnte.

Eine neue Währung mitten in der Griechenlandkrise?

Schon im Mai des vergangenen Jahres gab es Gerüchte, wonach Griechenland eine Währung parallel zum Euro einführen wollte. Auf Nachfrage stritt das der damalige Finanzminister Yanis Varoufakis zwar vehement ab, aber die Realität sah damals ganz anders aus. Mit der Parallelwährung wollten die Griechen den Weg zu einer neuen Währung ebnen, Schuldscheine ausgeben und mit diesen Schuldscheinen die laufenden Schulden, aber auch die Löhne und die Renten bezahlen.

Warum die Parallelwährung verhindert wurde

Der Chef der griechischen Zentralbank sagt jetzt, er habe eine Schutzmauer errichtet, um die Parallelwährung zu verhindern. Zuvor habe er nach eigenen Aussagen die Staats- und Regierungschefs kontaktiert, die ihn dabei unterstützt haben, eine andere Währung zuzulassen. Über die Gründe kann heute nur spekuliert werden. Die parallele Währung macht auf den ersten Blick einen guten Eindruck, denn in der Krise hätte Griechenland die Schuldscheine einfach selbst drucken und dann unter das Volk bringen können, ohne sich an den ohnehin schon sehr nervösen Finanzmärkten noch mehr Geld leihen zu müssen. Griechenland wäre nicht mehr so stark auf die Partner in der Euro-Gruppe angewiesen gewesen, die in der damaligen Situation keine rechte Lust mehr darauf hatten, Griechenland überhaupt zu retten. Griechenland hätte sich nicht noch mehr im Ausland, sondern stattdessen im Inland verschuldet. Somit hätten die Geldgeber den Einfluss auf Griechenland verloren.

Reformen anstrengen

Griechenland befindet sich nach wie vor in einer Art Ausnahmezustand, daran werden auch das Geständnis und vor allem die Appelle des Chefs der Zentralbank nichts ändern. Viele führende Ökonomen sind der Meinung, dass Griechenland so lange nicht aus der Krise kommt, wie die Geldgeber bestimmen, was das Land zu tun und was es zu lassen hat. Die Griechen können sich noch so anstrengen, die Reformen voranzutreiben, am Ende wird es nie ausreichen, um aus der Finanzkrise zu kommen. Dazu passt auch die Aussage von Ioannis Stournaras, der nicht müde wird, seine Landsleute aufzufordern, doch die Reformen zu befolgen.

Bild: © Depositphotos.com / emicristea

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.