Ölpreisverfall – für Russland wird es eng

Ölpreisverfall – für Russland wird es eng

Ölpreisverfall – für Russland wird es eng – finanzen-heute.com

Der Ölpreis fällt und fällt. Während sich die Autofahrer in Deutschland freuen, weil sie günstig tanken können, sieht man in Moskau sorgenvoll in die Zukunft. Der Ölpreisverfall bringt den russischen Staatshaushalt in arge Bedrängnis und das Riesenreich gerät immer mehr in eine gefährliche Schieflage. Der Ministerpräsident Dmitri Medwedew ist überzeugt, dass sich Russland aus wirtschaftlicher Sicht auf das Schlimmste gefasst machen muss.

Defizite im Haushalt

Nach Ansicht des russischen Finanzministers Anton Siluanow ist der Haushalt in Russland nur dann ausgeglichen, wenn das Barrel Öl bei 82 Dollar liegt. Da sich ein Ölpreisverfall abzeichnete, hat der Minister seinen Haushalt so ausgerichtet, dass auch der Preis von 50,- Dollar pro Barrel noch keine allzu großen Schwierigkeiten bringt, der Preis von 30,- Dollar je Barrel Öl ist aber eine Katastrophe. Was passiert, wenn der Preis noch weiter in den Keller rutscht, daran möchte der Finanzminister gar nicht erst denken. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Defizitgrenze von drei Prozent der Wirtschaftsleistung gerissen wird und dass der Rotstift in allen Bereichen des russischen Haushalts angesetzt werden muss.

Es muss gespart werden

Wo der Finanzminister genau sparen will, ist noch nicht bekannt, aber es sind Kürzungen von bis zu zehn Prozent geplant. Nicht gespart werden soll aber bei den Renten und den Gehältern im öffentlichen Dienst, denn das könnte das falsche Signal für die russische Bevölkerung sein und die Gunst, die Präsident Putin noch beim Volk genießt, könnte ins Gegenteil umschlagen. Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew geht davon aus, dass sich der Ölpreis in der nahen Zukunft nicht erholen wird und er befürchtet sogar, dass sich das Barrel bei 15,- bis 20,- Dollar einpendeln wird.

Der Ölpreisverfall setzt Putin unter Druck

Rohstoffe und Bodenschätze sind der Motor der russischen Wirtschaft, sie haben den größten Anteil am Exportgeschäft und der Staat bezieht daraus mehr als die Hälfte seiner Einnahmen. Bleiben die Preise für Gas und Öl weiter auf einem sehr niedrigen Stand, dann ist das für Russland eine Katastrophe und Präsident Wladimir Putin gerät immer mehr unter Druck. Der Verfall des Ölpreises wird das Land härter treffen als die westlichen Sanktionen, die seit der Krise auf der Krim und der Ukraine dem Land schwer zu schaffen machen.

So reagieren die OPEC-Staaten

Anders als für Russland bedeutet der niedrige Ölpreis für die OPEC keine unmittelbare Gefahr und entsprechend reagieren die Erdöl fördernden Länder. Sie fördern mehr und mehr Öl, um sich auf dem internationalen Markt behaupten zu können, und trotzen auf diese Weise dem Schieferölboom in den USA, der für das Überangebot an Öl und damit auch für den Preisverfall gesorgt hat. Eine weitere Gefahr geht aber auch von den Schwellenländern wie China und Indien aus, deren Hunger nach Energie langsam gestillt ist, da das wirtschaftliche Wachstum immer mehr nachlässt.

Bild: © Depositphotos.com / lightsource

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.