Vielen Rentnern droht die Altersarmut

Vielen Rentnern droht die Altersarmut

Anders als in den Niederlanden, Dänemark oder in Frankreich, können sich in Deutschland immer weniger Arbeitnehmer auf ein sorgenfreies Leben im Alter freuen. Mittlerweile muss jeder zehnte Rentnerhaushalt mit weniger als 50 % des durchschnittlichen Einkommens rechnen, wie jetzt aus einem Bericht der OECD hervorgeht. Das Risiko in Altersarmut leben zu müssen, liegt in Deutschland bei 9,4 %, in den Niederlanden bei nur 2,0 %, in Dänemark bei 4,6 % und in Frankreich bei 3,8 %.

Teilzeit-Jobs sind schuld an der Altersarmut

Wer sein halbes Leben lang gearbeitet hat, der sollte sich im Alter über eine Rente freuen, die einen sorglosen Lebensabend garantiert, die Realität in Deutschland sieht allerdings ein wenig anders aus. Die gesetzliche Rente ist praktisch ein Ersatz für das Gehalt und sollte im Idealfall 63 % des Nettodienstes ausmachen. Alle, die im Laufe ihres Arbeitslebens immer nur in Teilzeit-Jobs oder im Niedriglohnsektor gearbeitet haben, sind besonders von Altersarmut bedroht. Wer viel in die staatliche Rentenkasse eingezahlt hat, der bekommt auch viel raus, wer weniger eingezahlt hat, der wird im Alter zum Sozialfall.

Immer mehr Rentner müssen noch arbeiten

Zwar gehen nach der OECD-Studie die deutschen Arbeitnehmer relativ früh mit durchschnittlich 62,7 Jahren in Rente, aber in keinem anderen europäischen Land ist die Zahl der Rentner, die arbeiten gehen müssen, so stark angestiegen wie in Deutschland. Immer mehr Rentner müssen einen Job annehmen, um einigermaßen über die Runden zu kommen. In der Gruppe der 55- bis 64-jährigen sind es 66 %, gegenüber 42 % im Jahr 2004. Damit liegen diese Rentner deutlich über dem von der OECD errechneten Durchschnitt. Bei der Gruppe der über 65-jährigen liegen die deutschen Rentner dann wieder unterhalb des Durchschnitts, aber die OECD befürchtet, dass die Zahl in den nächsten Jahr drastisch steigen wird.

Die Renten steigen immer langsamer

Erwartet wurde ein Rekordanstieg der Renten für die nächsten Jahre, aber das wird wohl ein Wunschdenken bleiben. Die OECD bescheinigt Deutschland zwar ein stabiles Rentensystem, aber es muss mit schwächeren Zuwächsen gerechnet werden, als bisher angenommen. Die Bundesregierung geht von einem Zuwachs von 4,3 % für die alten Bundesländer und von fünf Prozent für die neuen Bundesländer aus. In den nächsten Jahren werden die Renten aber nur noch um zwei bis drei Prozent steigen. Die Rentenzahlungen orientieren sich immer an der Entwicklung der Löhne und wenn diese Zahl stagniert, dann bekommen auch die Rentner entsprechend weniger. Aktuell bekommen Rentner im Osten Deutschland durchschnittlich 1020 Euro Rente, im Westen sind es 833,- Euro. Der Unterschied begründet sich mit der höheren Erwerbstätigkeit der Frauen in der ehemaligen DDR.

Auch wenn die Altersarmut in Deutschland immer öfter ein Thema sein wird, in Japan liegt die Gefahr, im Alter arm zu sein, bei 19,4 % und auch in der Türkei haben immer mehr Rentner große Probleme.

Bild: © Depositphotos.com / Ivantagan


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.