Flüchtlingskrise lässt Deutsche um ihren Wohlstand bangen

Veröffentlicht: 18. Januar 2016 | 16:27 Uhr
Flüchtlingskrise lässt Deutsche um ihren Wohlstand bangen

Die deutsche Wirtschaft brummt und brummt und das sorgt für gute Laune bei den Bürgern. Jeder zweite Deutsche ist laut einer aktuellen Umfrage mit seiner finanziellen Situation zufrieden, aber 85 % der Bevölkerung hat Angst und fürchtet um seinen Wohlstand. Schuld an diesen pessimistischen Zukunftsaussichten ist die Flüchtlingskrise, die Angst vor Umweltverschmutzung und auch die Furcht vor einer möglichen Abschwächung der Konjunktur hingegen sind weit in den Hintergrund getreten.

Finanzielle Einbußen durch die Flüchtlingskrise

Nach wie vor beherrscht die Debatte um die Flüchtlinge die Schlagzeilen. Immer mehr Deutsche sind verunsichert, inwiefern sich diese Krise auch auf ihr persönliches Leben und vor allem auf die finanzielle Lage auswirken wird. Mittlerweile schaut nur noch jeder vierte Deutsche optimistisch in die Zukunft, aber jeder Zweite fürchtet, dass er seinem Lebensstandard verlieren wird. Das Vertrauen der Verbraucher hat sich in den letzten Wochen und Monaten deutlich abgeschwächt und immer mehr Menschen planen weniger große Ausgaben zu tätigen.

Die Gesamtlage hat sich verbessert

Eine niedrige Inflation, gesunkene Arbeitslosenzahlen, gestiegene Reallöhne und auch günstige Energiepreise sorgen momentan für eine stabile finanzielle Situation und gegenüber den vergangenen Jahren hat sich die Lage der Deutschen verbessert. Aber die gute Stimmung scheint jetzt immer mehr zu kippen. 43 % der deutschen Arbeitnehmer unter 35 Jahren sind zuversichtlich, wenn es um die persönliche Lage geht, in der Gruppe der Bürger, die 65 Jahre und älter ist, sehen das aber nur noch 13 % so. Auch die Geringverdiener fürchten wie die Rentner auch, dass sie sich bedingt durch die massive Zuwanderung, finanziell verschlechtern werden.

Das Vertrauen sinkt

Selbst wenn die deutsche Wirtschaftslage positiv ist, das Vertrauen der Bürger in die Wirtschaft sinkt weiter. Nur noch 14 % sind der Ansicht, dass sich die wirtschaftliche Lage im neuen Jahr verbessern wird. Es ist aber nicht nur die Flüchtlingskrise, die den Deutschen Sorgen macht, auch die weltweiten Krisen drücken die Laune. Was allerdings erstaunlich ist, kaum einer der für die Umfrage befragten Bürger fürchtet, seinen Job zu verlieren. Diese Zuversicht ist berechtigt, denn dank der niedrigen Arbeitslosenzahlen können die deutschen Arbeitnehmer entspannt sein.

Kurbeln die Flüchtlinge die Konjunktur an?

Bislang hat der Zustrom der Flüchtlinge in einigen Branchen die Konjunktur positiv beeinflusst, aber damit das auch langfristig der Fall ist, müssen nach Ansicht von Experten die Weichen in die richtige Richtung gestellt werden. Die überwiegende Mehrheit der 1500 für die aktuelle Studie Befragten ist allerdings anderer Meinung. Sie sehen für sich selbst keine Vorteile, da es eben nur einige wenige Unternehmen sind, die von der Flüchtlingskrise profitieren. Jetzt ist es die Aufgabe der Politik, der Unternehmen und teilweise auch der Gesellschaft, auf die Ängste und Befürchtungen der Menschen in Deutschland einzugehen und den Bürgern positive Aspekte der Zuwanderung aufzuzeigen.

Bild: © Depositphotos.com / lightsource

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.