Nebenjob trotz BAföG – was muss dabei beachtet werden?

Nebenjob trotz BAföG – was muss dabei beachtet werden?

Nebenjob trotz BAföG – was muss dabei beachtet werden? – finanzen-heute.com

Ein Studium kostet viel Geld und nicht alle Studenten haben zahlungskräftige Eltern, die ihnen finanziell unter die Arme greifen. Um die Kosten für den Alltag bestreiten zu können, beantragen viele Studenten BAföG, aber selbst mit dem Höchstsatz von 670,- Euro im Monat fällt es schwer, über die Runden zu kommen. Wer einen Nebenjob trotz BAföG annehmen möchte, der sollte einiges beachten, denn sonst kann es eine unschöne Überraschung geben.

Nebenjob trotz BAföG – was darf dazu verdient werden?

Am 1. Januar 2013 stieg die Verdienstgrenze für die sogenannten Minijobber von 400,- auf 450.- Euro an, der BAföG Satz wurde aber leider nicht angepasst. So dürfen alle die studieren, auch weiterhin nicht mehr als 400,- Euro verdienen, wenn Sie BAföG beziehen. Für die Berechnung des BAföG Satzes ist aber nicht das monatliche, sondern das Einkommen pro Jahr von Bedeutung. Hier liegt die Verdienstgrenze bei 4800 Euro. Ob diese Summe über das ganze Jahr verteilt oder vielleicht nur in den Semesterferien verdient wird, das spielt keine Rolle.

Dürfen Studenten auch selbstständig arbeiten?

Nicht alle Studenten können sich mit dem Gedanken anfreunden, neben dem Studium zu kellnern oder Taxi zu fahren, viele wollen selbstständig arbeiten. Ein Nebenjob trotz BAföG ist auch in diesem Fall möglich, wenn auch zu schlechteren Konditionen. Statt 4800 Euro im Jahr dürfen Studenten, die einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen, nur 4560 Euro pro Jahr dazu verdienen, im Monat sind das durchschnittlich 380,- Euro. Der Unterschied zwischen der selbstständigen und der angestellten Nebentätigkeit erklärt sich aus den Werbungskosten, die alle, die selbstständig arbeiten, nicht angeben dürfen.

Was gilt als Einkommen?

Wer einen Nebenjob trotz BAföG annehmen möchte, der sollte sich zunächst einmal kundig machen, was alles zum Einkommen gerechnet wird und was nicht. Grundsätzlich gilt aber: Einkommen aus abhängigen oder selbstständigen Arbeiten werden als Einkommen auf den BAföG Satz angerechnet, Geldgeschenke von der Oma oder ein kleiner Zuschuss von den Eltern zählt aber nicht dazu. Studenten, die Kindergeld bekommen, müssen sich ebenfalls keine Sorgen machen, denn auch das Kindergeld gehört nicht zum Einkommen. Wer freiwillig ein Praktikum absolviert, der muss das zu seinem Einkommen dazu rechnen, allerdings gilt in diesem Fall eine Freigrenze. Anders sieht es bei Praktika aus, die während des Studiums Pflicht sind, hier wird der Lohn schon ab dem ersten Cent auf den BAföG Satz angerechnet und die Leistung kann entsprechend gemindert werden.

Was passiert, wenn die Freigrenze überschritten wird?

Kein Student, der neben seinem Studium Geld verdient, muss sich Sorgen machen, dass die BAföG-Leistung komplett wegfällt, wenn die Freigrenze erreicht wird. Alles, was passieren kann, ist, dass der Mehrverdienst auf den BAföG-Satz angerechnet wird. Wer allerdings seinen Mehrverdienst verschweigt, schwarzarbeiten geht und dabei erwischt wird, der muss mit einer Anzeige wegen Betrug rechnen und das verdiente Geld zurückzahlen.

Bild: © Depositphotos.com / londondeposit

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.