Unterhalt für die Eltern – wann müssen Kinder zahlen? » Finanzen Heute

Unterhalt für die Eltern – wann müssen Kinder zahlen?

Dass Kinder für ihre Eltern auskommen müssen, das löst noch immer Verwunderung aus, ist aber keine Seltenheit. Elternunterhalt trifft viele sehr plötzlich und kann zu einer großen Belastung für Familien werden. Wenn Kinder Unterhalt für die Eltern bezahlen müssen, dann bezieht das Sozialamt das Vermögen und auch das Einkommen der Kinder für die anfallenden Pflegekosten der Eltern mit ein. Wie können sich Familien auf diese Kosten einstellen und wie wird dieser Unterhalt überhaupt berechnet?

Unterhalt für die Eltern – wenn das Sozialamt Geld sehen will

Wenn die Eltern pflegebedürftig werden und in ein Altenheim umziehen müssen, dann passiert es immer öfter, dass die Rente nicht für die anfallenden Kosten ausreicht. Ist das der Fall, dann springt der Staat ein und übernimmt die Kosten, allerdings werden dann auch die Kinder aufgefordert, sich an den Kosten zu beteiligen. Den Unterhalt für die Eltern müssen aber nicht nur leibliche Kinder bezahlen, auch Adoptivkinder und Kinder aus außerehelichen Beziehungen werden zur Kasse gebeten. Selbst wenn die Eltern mit ihren Kindern im Streit liegen oder die Kinder aus dem Testament gestrichen worden sind, dann spielt das keine Rolle, die Kinder müssen trotzdem für den Unterhalt der Eltern aufkommen.

Wie staffeln sich die Kosten?

Wie hoch der Unterhalt für die Eltern wird, das richtet sich immer nach der jeweiligen Pflegestufe. Sind die Eltern in Pflegestufe I, dann werden die Kosten mit 2500 Euro im Monat berechnet. Ist es die Pflegestufe II, dann werden Kosten von 3000 Euro angesetzt und wer in Pflegestufe III gepflegt wird, dann werden zwischen 3500 und 4000 Euro fällig. Zwar übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung einen Teil der Kosten, die für die Pflege aufgewendet werden, aber wie viel das ist, das hängt wieder von der Pflegestufe ab. In Pflegestufe I übernimmt die Versicherung eine Zuzahlung von 1064 Euro, bei Pflegestufe II sind es 1330 Euro und für die Pflegestufe III sind es 1612 Euro pro Monat.

Die hohen Kosten für die Unterbringung

Das Geld, was die gesetzliche Pflegeversicherung für die Pflege der Eltern zahlt, ist ausschließlich für die medizinischen und die pflegerischen Leistungen gedacht, für die sogenannten Hotelkosten, also die Unterbringung und die Verpflegung der Eltern in einem Altenheim, müssen die Senioren selbst aufkommen. Der jeweilige Beitrag wird direkt von der Rente abgezogen. Wenn diese Summe nicht ausreichen sollte, dann hält sich das Sozialamt an das Vermögen der Senioren, aber auch an die Ersparnisse und an eventuelles Wohneigentum. Wenn das Vermögen und die Ersparnisse für die Pflege verbraucht wurden, dann müssen die Kinder für den Unterhalt der Eltern aufkommen. Nur dann, wenn es weder ein Vermögen noch Kinder gibt, die für die Unterbringung der Eltern aufkommen können, dann muss der Staat die kompletten Kosten für eine Unterbringung im Altenheim übernehmen.

Bild: © Depositphotos.com / obencem

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.