News: Steht Ikea vor dem Aus? Möbelgeschäfte in der Krise » Finanzen Heute

<span class=ns>News:</span> Steht Ikea vor dem Aus? Möbelgeschäfte in der Krise

Ähnlich wie Lebensmittel, so waren auch Möbel in der Vergangenheit so etwas wie ein Stiefkind des Onlinehandels, kaum jemand wollte sein Sofa oder eine Küche über das Internet kaufen. Aber die Zeiten haben sich geändert und die Frage, ob Ikea vor dem Aus steht, ist mehr als berechtigt. Laut einer Studie ist gut ein Drittel der Möbelhäuser in Deutschland akut gefährdet und bei Ikea, Roller oder Höffner schrillen langsam aber sicher die Alarmglocken.

Dramatische Veränderungen

Bis zum Jahr 2020, so schätzen Branchenexperten, wird es rund 30.000 stationäre Möbelhäuser in Deutschland nicht mehr geben, und dann steht auch Ikea vor dem Aus. Zwar macht der Onlinehandel mit Möbeln bislang nur sechs Prozent aus, aber es gibt Signale, die darauf hindeuten, dass sich diese Zahl in den nächsten Jahren dramatisch verändern wird. Auch der Textil- und der Buchhandel haben erfahren müssen, wie stark die Konkurrenz aus dem Internet ist, jetzt ist es der Online-Möbelhandel, der alles durcheinander wirbeln wird.

Ikea vor dem Aus – die große Gefahr der kleinen Onlinehändler

Aktuell sind es noch die kleinen Einrichtungshäuser, die im Netz viel Geld verdienen, aber es ist abzusehen, dass diese kleinen Möbelhäuser immer größer werden. Längst sind es nicht mehr nur teure Einzelstücke und Designermöbel, die die Kunden online kaufen, es werden vermehrt auch ganze Wohnzimmereinrichtungen und sogar Küchen auf dem Onlineweg gekauft. Ein gutes Beispiel, warum auch Ikea vor dem Aus stehen könnte, ist der Onlinehändler Home24, ein Unternehmen aus der Start-up-Schmiede Rocket Internet. Die Umsätze von Home24 sind in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres um satte 63 % auf 171 Millionen Euro gestiegen. Auch bekannte Unternehmen wie der Otto Versand, der aktuell die Nummer eins im Segment Einrichtung und Möbel ist, konnte 2015 einen Umsatz von 700 Millionen Euro verzeichnen. Für dieses Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Plus, das sich in dreistelliger Millionenhöhe bewegt.

So will Ikea reagieren

Steht Ikea vor dem Aus, oder hat der Marktführer der deutschen Möbelhändler noch ein Ass im Ärmel? Natürlich hat Ikea schon vor längerer Zeit reagiert und präsentiert seine Möbel auch im Onlineshop. Zusätzlich gibt es sogenannte Pick-up-Points, spezielle Abholstationen, an denen Kunden die zuvor im Netz bestellten Möbel abholen können. Ikea hat aber noch andere Pläne. So will das schwedische Unternehmen erreichen, dass jeder, der in Deutschland lebt, nicht länger als maximal 45 Minuten fahren muss, um eine Filiale oder eine Abholstation von Ikea zu erreichen.

Ikea hat es nicht eilig

Würde Ikea vor dem Aus stehen, dann würde sich der Konzern wahrscheinlich nicht so viel Zeit lassen, um seinen Onlinehandel noch weiter auszubauen. Es sind die sogenannten Impulskäufe, die nach wie vor den großen Umsatz bei Ikea ausmachen. Wer in einer der Filialen einkaufen geht, der schaut in der Regel nicht nur nach Möbeln, sondern kauft vor allem auf den Marktplätzen, die es in jeder Ikea Filiale gibt. Dort können Wohnaccessoires ebenso gekauft werden wie Bettwäsche, Zimmerpflanzen, Besteck, Geschirr oder Bürozubehör. Gerade in diesem Bereich ist die Konkurrenz aus dem Internet jedoch besonders stark und wenn diese Marktplätze ihren Reiz für die Kunden verlieren, dann könnte es durchaus sein, dass Ikea vor dem Aus steht.

Gefahr für die kleinen Läden

Es sind die kleinen Möbelhäuser, deren Existenz besonders gefährdet ist. Sie haben es in den Innenstädten schon jetzt sehr schwer, sich zu halten, zumal die großen Möbelhäuser wie Ikea mittlerweile auch in den Innenstädten der großen Städte wie Hamburg zu finden sind. Selbst kleine Möbelhändler, die sich auf bestimmte Möbel spezialisiert haben, müssen nach der Meinung von Experten fürchten, auf der Seite der Verlierer zu stehen. Sie haben nicht die Ressourcen, um sich langfristig gegen den Onlinehandel zu wehren.

Bild: © Depositphotos.com / glowonconcept

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.