Warum wohnen in der Stadt so teuer ist

Warum wohnen in der Stadt so teuer ist

Wohnen in der Stadt ist vielerorts bereits zu einer Art Luxus geworden, denn die Mietpreise haben in den vergangenen fünf Jahren so stark angezogen, dass viele sich eine Wohnung in der Stadt nicht mehr leisten können. Selbst kleine Altbauwohnungen sind für viele Familien zu teuer geworden, von modernen Neubauwohnungen ganz zu schweigen. Aber woran liegt es, dass das Wohnen in der Stadt immer teurer wird und wie sieht die Zukunft aus? Wie geht es weiter mit den Mietpreisen in den deutschen Metropolen wie Berlin, München oder Hamburg?

Wohnen in der Stadt ist attraktiv

Wenn es ums Wohnen in der Stadt oder auf dem Land geht, dann bestimmen Angebot und Nachfrage den Markt. Die großen Städte gelten als sehr attraktiv, da die Lage auf dem Arbeitsmarkt und auch die Infrastruktur deutlich besser als in den ländlichen Regionen sind. Das trifft besonders auf die Universitätsstädte zu, denn dort ist das Wohnungsproblem teilweise sehr groß. Familien mit Kindern, Rentner sowie Menschen mit einem geringen Einkommen und Studenten sind in München, Berlin oder auch in Münster auf der Suche nach bezahlbaren Wohnungen, und wenn eine preisgünstige Wohnung angeboten wird, dann gibt es nicht selten mehr als 200 Bewerber um diese Wohnung.

Sind die Vermieter und Eigentümer schuld?

Wo das Angebot klein und die Nachfrage groß ist, da entsteht eine oftmals fragwürdige Preispolitik. So gelten die Vermieter und die Eigentümer von Wohnungen als Preistreiber, die erkannt haben, dass sie die Mieten nach Belieben erhöhen können, da es immer genug Interessenten für die Wohnungen gibt. Diese Meinung ist allerdings sehr kurzsichtig, denn vielfach entsteht einfach nur der Eindruck, dass die Mieten stark angestiegen oder sogar unbezahlbar geworden sind. Die Realität sieht ein wenig anders aus, denn in den letzten 20 Jahren ist die durchschnittliche Kaltmiete weitaus weniger stark gestiegen als das klassische Preisniveau. Die Ausnahmen bilden nur die großen Städte, wo die Mieten zusammen mit dem allgemeinen Preisniveau angestiegen sind.

Meldungen werden überbewertet

Nach Meinung von Finanzexperten wird das teure Wohnen in der Stadt oftmals überbewertet. Ein Beispiel für diese Überbewertung ist Berlin, denn dort sind in den letzten fünf Jahren die Mieten vermeintlich um satte 32 % gestiegen. Selbst wenn diese Zahl hoch erscheint, betrachtet man hingegen das niedrige Ausgangsniveau, dann sind die Mieten für eine Berliner Neubauwohnung mit knapp über elf Euro pro Quadratmeter immer noch sehr günstig. Ein etwas anderes Bild zeigt sich aber, wenn man die Warmmieten anschaut, denn die Warmmieten sind um einiges gestiegen. Das liegt aber weder am Vermieter noch am Eigentümer, sondern unter anderem auch an den gestiegenen Preisen für Heizöl, denn der Ölpreis ist in den vergangenen 20 Jahre um mehr als das Doppelte gestiegen. In vielen Städten hat sich zudem die Grundsteuer verteuert und das wird an die Mieter weitergegeben. Die Kaltmieten sind in den letzten 20 Jahren um 29 % gestiegen, die Warmmieten im gleichen Zeitraum aber um 44 %.

Im Vergleich günstig

Wohnen in der Stadt ist in einem internationalen Vergleich zu den Mieten in Deutschland sehr teuer. Während man in New York City für eine Neubauwohnung mit vier Zimmern rund 6000 Euro bezahlen muss, kostet eine vergleichbare Wohnung in München 1800 Euro und in Frankfurt oder Berlin 1300 Euro. Hohe Mieten gehören auch in Paris, Zürich oder London zum Alltag, in diesen Städten muss für eine 4-Zimmer-Wohnung zwischen 3000 und 4000 Euro Kaltmiete gezahlt werden. Beim Wohnen in der Stadt kommt es auch auf die Stadtteile an, denn nicht überall muss für eine Wohnung mit vier Zimmern über 1000 Euro bezahlt werden. Wer eine günstige Wohnung sucht, der ist gut beraten sich am Stadtrand umzuschauen, denn dort sind Mieten nach wie vor bezahlbar.

Bild: © Depositphotos.com / XiXinXing


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.