500-Euro-Schein verschwindet – was bedeutet das für die Verbraucher?

Veröffentlicht: 15. Juni 2019 | 17:17 Uhr
500-Euro-Schein verschwindet – was bedeutet das für die Verbraucher?

Am 26. April 2019 ist der größte der Euroscheine Vergangenheit – Deutschland und Österreich schaffen den 500-Euro-Schein endgültig ab. Die Befürworter dieser Maßnahme versprechen sich damit einen großen Schlag gegen das organisierte Verbrechen. Aber was bedeutet diese Abschaffung für den normalen Verbraucher? Bei den Verbrauchern ist der Schein nicht sonderlich beliebt. Einen Ansturm auf die großen Scheine gab es nicht, nachdem bekannt war, dass sie verschwinden. Dass die Deutschen die lila Scheine horten, scheint ebenfalls nicht der Fall zu sein.

Keine große Umstellung

Für die Verbraucher bedeutet das Ende der großen Scheine zunächst einmal keine Umstellung. Die 500-Euro-Scheine, die jetzt noch im Umlauf sind, bleiben nach wie vor ein gültiges Zahlungsmittel und können auch unbegrenzt bei Banken oder Sparkassen umgetauscht werden. Die Angst, dass das Ende des 500-Euro-Scheins die Abschaffung des Bargelds einläutet, ist vermutlich unbegründet. Die Volksbank erklärt ihren Kunden, dass die Abschaffung des großen Geldscheins nichts damit zu tun hat, dass es in Zukunft kein bares Geld in Münzen und Scheinen mehr geben wird. Der Größte der Euroscheine war ohnehin nicht sonderlich weit verbreitet. Auch die Sparkassen sind sich sicher, dass es keine Absicht gibt, in absehbarer Zeit das Bargeld komplett abzuschaffen.

Keine Terrorfinanzierung mehr

Die Europäische Zentralbank hat schon im Mai 2016 beschlossen, die Produktion wie auch die Ausgabe von 500-Euro-Scheinen mit dem Ende des Jahres 2018 einzustellen. In der noch einmal überarbeiteten zweiten Serie der gemeinsamen Geldscheine mit besseren Sicherheitsmerkmalen gibt es keinen 500-Euro-Schein mehr. Die „Europa“ genannte Serie wird mit der Ausgabe der neuen 100 – und 200-Euro-Scheine am 26. Mai 2019 vollständig sein. Der Wegfall der 500-Euro-Scheine soll die Terrorfinanzierung und auch die Schwarzarbeit weiter zurückdrängen. Ob das allerdings wie gewünscht funktioniert, ist mehr als fraglich. So beurteilt die Bundesbank die Obergrenzen für Bargeldzahlungen und auch den Wegfall des größten Euroscheins sehr kritisch. Dass die Maßnahmen wirklich etwas bringen, dazu fehlen bislang allerdings die Beweise. Ob es reicht, einen Geldschein vom Markt zu nehmen, um organisierte Kriminalität, Terrorfinanzierung und Schwarzarbeit effektiv zu bekämpfen, ist eher unwahrscheinlich.

Kaum noch Bargeld

Die Bundesbank ist der Ansicht, dass nur ein sehr geringer Anteil der sogenannten Schattenwirtschaft mit Bargeld geregelt wird. Nach den Berechnungen der Bundesbank sind es nur 14 Prozent der Bareinzahlungen an Bankschaltern, die indirekt der Schattenwirtschaft zuzurechnen sind. Es ist aber sehr schwierig, hier genaue Zahlen zu bekommen, so die Bundesbank. In Deutschland liegen die kriminellen Aktivitäten aus Schmuggel, Drogenhandel oder Schwarzarbeit geschätzt zwischen zwei und knapp 17 Prozent. Dass die Angaben so weit auseinandergehen, zeigt auch, wie vorsichtig die Untersuchungen gegen die Schattenwirtschaft zu interpretieren sind. Klare Ergebnisse gibt es im Grunde nicht. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank waren 2016 rund 540 Millionen der lilafarbenen Banknoten im Umlauf. Diese Scheine hatten einen Gesamtwert von knapp 270 Milliarden Euro. Seitdem sind die Zahlen deutlich gesunken, aber es zirkulieren nach wie vor sehr viele der großen Scheine. Noch im März 2019 sollen es fast 510 Millionen Scheine gewesen sein, die einen Wert von 254 Milliarden Euro haben. Wie lange die Scheine noch unterwegs sind, lässt sich nicht abschätzen, Kriminelle machen damit wohl auch weiterhin Geschäfte. Bild: @ depositphotos.com / sasimoto