Finanzielle Engpässe in Griechenland – IWF sieht Reformen gefährdet

Veröffentlicht: 28. Februar 2016 | 10:20 Uhr
Finanzielle Engpässe in Griechenland – IWF sieht Reformen gefährdet

Die Griechen sind nach eigenen Angaben bald an ihrer Belastungsgrenze angekommen, denn das Land muss immer mehr Flüchtlinge aufnehmen, die nicht mehr weiterreisen können. Trotzdem bleibt der Internationale Währungsfonds (IWF) hart und verlangt von Griechenland die Umsetzung der Reformen. Schon Ende März kann es nach Angaben des IWF so weit sein, dass die Griechen ihre Schulden nicht mehr bedienen können, aber das ist eine der Bedingungen, die Griechenland erfüllen muss, damit das dritte Rettungspaket in Kraft treten kann.

Reformen sind die Voraussetzung

Ungeachtet der aktuellen Probleme, die Griechenland momentan bewältigen muss, hat die EU-Kommission darauf bestanden, dass das Land seine Spar- und Reformbemühungen unbedingt einhalten muss. Das sei wichtig, so die EU-Kommission, denn die Geldgeber möchten ihre Prüfung der Reformbemühungen abschließen. Diese Überprüfung ist eine der wichtigen Voraussetzungen, damit das von Krisen gebeutelte Griechenland weitere Milliarden aus dem Rettungsschirm bekommt. Aber Griechenland ist auch das Haupteinfallstor für fast alle Flüchtlinge, die in die Länder der Europäischen Union möchten. Mazedonien hat die Einreisemöglichkeit im Norden des Landes sehr stark eingeschränkt und das hat zur Folge, dass sich aktuell mehrere zehntausend Menschen in Griechenland stauen.

Drohungen aus Athen

Die Griechen fühlen sich nach Aussage ihres Präsidenten Alexis Tsipras von den anderen EU-Staaten im Stich gelassen und drohen jetzt damit, alle Entscheidungen in der EU zu blockieren. Wie ernst die Griechen ihre Drohung meinen, das beweist auch das Verhalten gegenüber Österreich, das wie Mazedonien, nur noch vereinzelt Flüchtlinge über die Grenze lässt. So wurde die griechische Botschafterin aus Wien nach Athen zurückgerufen, an einem Besuch der österreichischen Innenministerin haben die Griechen offenbar auch kein Interesse, Frau Mikl-Leitner wurde gebeten, zu Hause zu bleiben. Was den Griechen zusätzlich zu schaffen macht, ist, dass die Buchungen auf den Urlaubsinseln wie Kos und Lesbos durch die anhaltenden Flüchtlingsströme um bis zu 90 % zurückgegangen sind.

Bild: © Depositphotos.com / mipan

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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