Finanzämter erkennen die Negativzinsen nicht an

Finanzämter erkennen die Negativzinsen nicht an

Die Negativzinsen, die einige Banken jetzt auch für ihre Privatkunden einführen wollen, sind zwar für alle Sparer ärgerlich, aber viele haben zumindest gehofft, dass sie den Verlust bei der Steuererklärung geltend machen können. Das ist leider nicht der Fall, denn das Bundesfinanzministerium hat sich mit den Bundesländern darauf verständigt, dass die Strafzinsen nicht als Verlust geltend gemacht werden können.

Nur eine Gebühr

Wenn es nach der Ansicht von Ministerialbeamten geht, dann sind die negativen Einlagezinsen eine „Art Verwahr- und Einlagegebühr“, und diese Gebühr wird bei Einkünften aus Kapitalerträgen bereits durch einen Sparerpauschbetrag in Höhe von 801,- Euro pro Jahr erfasst. Werbungskosten, die über diesen Betrag hinausgehen, können gemäß Einkommensteuergesetz nicht von den Zinserträgen abgezogen werden. Vereinfacht ausgedrückt heißt das, die Politik ist der Meinung, dass negative Zinsen vor dem Gesetz eigentlich keine Zinsen sind, sie werden vielmehr als „Entgelt nach der Überlassung von Kapitalvermögen“ behandelt. Anders sieht das zum Beispiel bei Aktien aus, denn wenn bei dieser Geldanlage durch den Verkauf Verluste entstehen, dann werden diese mit den Gewinnen verrechnet.

Der Protest der Steuerberater

Die deutschen Steuerberater teilen die Ansicht der Politik nicht und kritisieren die Regelung scharf. Die Wertung des Finanzministeriums ist zu einer Zeit, in der die Zinsen auf einem historisch niedrigen Niveau sind, ein vollkommen falsches Signal, die Sparer werden auf diese Weise gleich doppelt bestraft. Diese Praxis wird der Motivation der Sparer ein Ende setzen, denn die Politik hat offenbar den Sinn für die Realität verloren. Kaum jemand wird jetzt noch auf die Idee kommen, sein Geld anzulegen und für diese Geldanlage dann auch noch zu bezahlen. Sparen muss, in welcher Form auch immer, attraktiv bleiben und das ist nicht mehr der Fall, wenn weiterhin Negativzinsen bezahlt werden und der Sparer den Verlust, den er macht, nicht von der Steuer absetzen kann.

Bild: © Depositphotos.com / ginasanders


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.