Wie Privatpatienten unter der Zinspolitik der EU leiden

Wie Privatpatienten unter der Zinspolitik der EU leiden

Wie Privatpatienten unter der Zinspolitik der EU leiden – finanzen-heute.com

Die Liste derjenigen, die unter der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank leiden müssen, wird immer länger und länger. Die neuste Gruppe auf der Liste der EZB sind die neun Millionen Menschen in Deutschland, die eine private Krankenversicherung haben. Da die Zinsen immer weiter in den Minusbereich rutschen, verdienen die Privatversicherer mit ihren Rückstellungen in Milliardenhöhe immer weniger und das bekommen die Versicherten durch immer höhere Beiträge zu spüren.

Die Beiträge steigen drastisch

Die private Krankenversicherung DKV hat jetzt Briefe an ihre knapp 500.000 Kunden verschickt und ihnen mitgeteilt, dass sie bis zu 130,- Euro im Monat mehr für ihre Krankenversicherung bezahlen müssen. Eigentlich sollten die Zuschläge noch höher ausfallen, aber die Versicherten haben Glück, denn die DKV hat einen dreistelligen Millionenbetrag von ihrem Gewinnkonto genommen, um die Erhöhung ein wenig abzufedern. Im Schnitt werden die Beiträge der DKV aber wohl um knapp acht Prozent ansteigen. Da sich die Zinspolitik der EZB auch in der nahen Zukunft nicht ändern wird, müssen die privaten Krankenkassen die Beiträge immer weiter erhöhen und jeder Versicherte muss sich auf eine Erhöhung von mindestens zehn Prozent in den kommenden Jahren rechnen.

Die Folgen treffen alle

Die Zinspolitik der EZB kommt mit Macht im Alltag der Deutschen an. Während Anleger kaum noch Zinsen für ihre Kapitalanlagen bekommen und die Lebensversicherungen mehr und mehr an Attraktivität verlieren, werden alle, die privat krankenversichert sind, auf eine sehr konkrete Art und Weise mit der Niedrigzinspolitik der EZB vertraut gemacht. Dabei hatten die Versicherer sich die Zukunft ein wenig anders vorgestellt. Sie wollten einen Teil der Beiträge in sogenannte Altersrückstellungen stecken, um die Kunden im Alter vor Preisanhebungen zu schützen. Die Altersrückstellungen wurden zu diesem Zweck angelegt, jetzt gibt es aber keine nennenswerte Rendite mehr und das führt zwangsläufig dazu, dass die Versicherer ihre Beiträge erhöhen müssen.

Bild: © Depositphotos.com / filmfoto

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.