Wie stark ist die Gemeinschaftswährung Euro? » Finanzen Heute

Wie stark ist die Gemeinschaftswährung Euro?

Um Europas Wirtschaft auf den internationalen Märkten wettbewerbsfähiger zu machen, beschlossen die Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft, die Gemeinschaftswährung Euro einzuführen. Pläne für diese gemeinsame Währung gab es bereits 1970, in die Tat umgesetzt wurde der Plan aber erst am 1. Januar 2002. Drei Jahre zuvor gab es den Euro zwar schon, aber nur als sogenanntes Buchgeld, das heißt, dass man schon 1999 in elektronischer Form mit dem Euro zahlen konnte, zum Beispiel beim Kauf von Aktien und Wertpapieren. Münzen und Scheine gab es erst ab 2002.

Euro statt Landeswährung

Als die Gemeinschaftswährung Euro eingeführt wurde, schafften viele europäische Länder ihre Landeswährungen ab, der Franc war ebenso Vergangenheit wie auch die D-Mark oder die Lire. 17 Länder führten den Euro als Währung ein, neben Deutschland, Frankreich und Italien haben heute auch Portugal, die Niederlande, Belgien, Irland, Luxemburg, Österreich, Slowenien, die Inseln Malta und Zypern, Finnland, Spanien, Estland, die Slowakei und Griechenland den Euro als Währung. Einige Länder, wie zum Beispiel Großbritannien und Dänemark, die zwar ebenfalls zur EU gehören, haben sich aber gegen den Euro als Landeswährung entschieden. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Länder, die kein Mitglied der EU sind und die trotzdem den Euro haben, wie Andorra, San Marino, Montenegro oder auch das Fürstentum Monaco. Litauen, Bulgarien, die Inseln der Komoren und auch Kap Verde gehören zu den Ländern, die einen beständigen Wechselkurs einrichtet haben, zu dem der Euro getauscht wird.

Die Zukunft der Gemeinschaftswährung Euro

Um den Euro gegen die Landeswährung tauschen zu können, mussten die Staaten der EU bestimmte Kriterien erfüllen. Einige Staaten waren hier nicht ganz so ehrlich oder fälschten die Bilanzen, um den Euro zu bekommen. Zu diesen Ländern gehörte unter anderem auch Griechenland. Die kleinen Tricks, mit denen sich Griechenland den Zugang zum Euro verschafft hat, führten zu einer der größten Krisen der Gemeinschaftswährung Euro. Aber nicht nur die Griechen haben den Euro in Gefahr gebracht, auch in anderen Staaten gab es wirtschaftliche Fehlentscheidungen, die den Euro in Gefahr gebracht haben. Selbst wenn es eine Euro-Krise gibt, eine echte Währungskrise hat es seit der Einführung des Euro vor elf Jahren noch nicht gegeben.

Wenig Akzeptanz

Bis heute können sich viele Menschen in Europa nicht mit der Gemeinschaftswährung Euro anfreunden und halten den Euro für einen „Teuro“. Tatsächlich wurden nach der Einführung des Euros auch in Deutschland viele Artikel teurer. So wurden zum Beispiel die Preise für Blumen und Bücher eins zu eins übernommen, und das heißt, ein Buch, das zu D-Mark Zeiten vielleicht drei Mark gekostet hat, kostete nach dem Währungswechsel plötzlich drei Euro, und das sind sechs Mark. Viele sind immer noch der Ansicht, dass mit dem Euro die Preise verdoppelt, aber die Löhne und Gehälter halbiert worden sind und möchten gerne die D-Mark wiederhaben, ein Wunsch, den die Politik aber sehr wahrscheinlich nicht erfüllen wird.

Gibt es eine Alternative zum Euro?

Nach Meinung von Finanzexperten gab es nie eine Alternative zur Gemeinschaftswährung Euro und es wird auch keine geben. Wenn jedes Land wieder zu seiner alten Landeswährung zurückkehren würde, dann wäre das aus finanzpolitischer Sicht gegen jede Vernunft. Die europäische Staatengemeinschaft würde auseinanderbrechen und die Wirtschaft jedes einzelnen Landes würde darunter leiden. Leider ist der Euro heute nicht mehr so stabil wie vor elf Jahren und die Europäische Zentralbank musste sich immer wieder etwas einfallen lassen, um die Gemeinschaftswährung Euro zu stabilisieren. So gibt es heute drei Aufsichtsbehörden, die alle Banken und Kreditinstitute kontrollieren und es wird verstärkt darauf geachtet, dass die Verträge von Maastricht auch wirklich eingehalten werden. Die momentane Flüchtlingskrise sorgt jedoch erneut für eine Krise, vor allem für Griechenland, das die Kosten nicht mehr alleine stemmen kann.

Bild: © Depositphotos.com / Karuka

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.