Bank of America – die vielleicht gefährlichste Bank der Welt » Finanzen Heute

Bank of America – die vielleicht gefährlichste Bank der Welt

Ihre Geschichte reicht bis in Jahr 1784 zurück, sie ist an allen wichtigen Börsen auf dieser Welt gelistet und gilt aufgrund ihres riesigen Vermögens als die reichste Bank, die es auf dieser Erde gibt – die Bank of America. Die B of A, wie die Bank auch genannt wurde, war einst die beschauliche Bank of Massachusetts, und das war 1784, als von Finanzkrisen weit und breit noch nichts zu sehen war. 1923 hatte die Bank of America durch eine Vielzahl von Aufkäufen und Fusionen schon eine beachtliche Dimension erreicht, heute hat sie weit über 200.000 Mitarbeiter, einen jährlichen Umsatz von fast 86 Milliarden Dollar und ein geschätztes Vermögen von 2,10 Billionen Dollar. Trotzdem gilt die Bank of America als die wohl gefährlichste Bank der Welt.

Mehr als eine Institution

Außerhalb der USA ist die größte und reichste Bank der Welt kaum bekannt, aber in der Finanzwelt hat der Name der Bank einen gefährlichen Klang. Keine andere Bank hat so viele Kontrakte, Kredite, Sicherheiten und verfügt über ein so weit gespanntes Netz an Kontakten wie diese Bank. Die B of A ist überall vernetzt und der Name Institution wäre zu gering um der Bedeutung gerecht zu werden. Finanzexperten sind sich sicher, falls die Bank of America in eine ernsthafte Krise geraten würde, dann stünde nicht nur die Wirtschaft Amerikas auf der Kippe, wenn es zu einem Kollaps kommt, dann würde die Bank die gesamte Finanzwelt mit in den Abgrund ziehen. Eine Krise, wie sie 2008 durch den Zusammenbruch der Lehman Bank ausgelöst wurde, wäre verglichen mit einer Krise der Bank of America, ein Kindergeburtstag.

Bank of America – Ein echter Riese

2,10 Billionen Euro – diese gigantische Summe entspricht dem Bruttoinlandsprodukt von Portugal, Spanien und Griechenland zusammengenommen, das allein lässt darauf schließen, wie mächtig die Bank ist. Gut 57 Millionen Amerikaner sind Kunden der Bank, aber auch alle wichtigen großen Unternehmen lassen ihr Geld von der B of A verwalten. Es gibt in den USA mehr Filialen der Bank of America als Filialen von Kentucky Fried Chicken, und wenn sich die Bank nicht wohlfühlt, dann leidet ganz Amerika.

Faule Geschäfte

Im Windschatten der Hypothekenpleite, als die Lehman Bank ihre Segel streichen musste, wollte die FHA, die Finanzaufsicht, auf Nummer sicher gehen und erhob Klage gegen 17 Banken. Den Bankern wurde der Vorwurf gemacht, dass sie den hoffnungslos überforderten Schuldnern ganz bewusst überteuerten Schrott angedreht haben. Das Brisante an der Geschichte war, dass die FHA zuerst die Bank of America ins Visier nahm, die prompt alle gegen sie erhobenen Vorwürfe empört zurückwies. Die Behörde behauptete aber, sie habe ausreichend Beweise, letztendlich beweisen konnten sie aber trotzdem nichts. Hypotheken sind eines der Hauptgeschäfte der Bank of America, bis heute werden dort Hypotheken im Wert von mehreren Millionen Dollar verwaltet. Wenn sich in diesem Geschäft weitere Risse zeigen, dann kann es gefährlich werden.

Das Vertrauen schwindet

Als sich das Hypothekengeschäft mehr und mehr als hochriskantes Geschäft erwies, was Lehman den Hals gebrochen hatte, schwand das Vertrauen der Amerikaner und auch der internationalen Finanzwelt in die mächtige Bank. Das lag auch am damaligen Chef Ken Lewis, der sich einige folgenschwere Fehlgriffe leistete. Um die Bank wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen, musste in neuer CEO und Chairman her, um das verlorene Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Dieser Mann wurde Brian Moynihan, der den Versuch unternahm, mit rigiden Maßnahmen durchzugreifen. Moynihan entließ 30.000 Mitarbeiter und entschädigte die Investoren, die faule Hypotheken gekauft hatten, mit fast acht Milliarden Dollar. Seinen größten Erfolg verbuchte der neue Chef der Bank aber, als er den Investmentguru Warren Buffett dazu brachte, fünf Milliarden Dollar in die Bank of America zu investieren.

Bild: © Depositphotos.com / wolterke

Bank of America – die vielleicht gefährlichste Bank der Welt
5 (100%) 1

Ihnen hat der Beitrag gefallen? Hier geht es zu weiteren interessanten Themen …
Wollen Sie immer aktuell bleiben? Unsere Gratis Handy App installieren …


Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.