Teure Immobilienfinanzierung bei geringem Eigenkapitalanteil » Finanzen Heute

Teure Immobilienfinanzierung bei geringem Eigenkapitalanteil

Mittlerweile unterbieten sich zahlreiche Banken mit günstigen Bauzinsen, sodass Verbraucher teilweise nicht einmal mehr ein Prozent zahlen müssen, wenn sie den Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung finanzieren möchten. Was allerdings häufig bei solchen Angeboten nicht berücksichtigt wird: Zinssätze wie 1,2 Prozent gelten fast immer nur unter der Voraussetzung, dass der Kunde einen vergleichsweise hohen Eigenkapitalanteil in die Finanzierung einbringen kann. Akzeptable Werte sind für die meisten Banken ein Eigenkapitalanteil zwischen 30 und 40 Prozent, der allerdings für viele Kreditsuchende unrealistisch hoch ist. Ein niedriger Anteil des Eigenkapitals führt häufig zu deutlichen Zinsaufschlägen.

Zinsaufschläge von über einem Prozent

In den meisten Fällen ist es so, dass Kunden aufgrund eines zu geringen Eigenkapitalanteils Zinsaufschläge von einem Prozent und mehr hinnehmen müssen. Den angebotenen Topzins von beispielsweise 1,2 Prozent bei einer Zinsfestschreibung von zehn Jahren können nur vergleichsweise wenige Kunden erreichen, da es aus Sicht der Bank schlichtweg an Eigenkapital mangelt. Experten streiten sich darüber, ob solche Zinsaufschläge gerechtfertigt sind, nur weil der Kunde vielleicht nicht 40 Prozent, sondern „nur“ 25 Prozent Eigenkapital mit in die Finanzierung einbinden kann. Letztendlich ist der Kreditsuchende aber natürlich davon abhängig, welche Konditionen die verschiedenen Banken in Verbindung mit der Eigenkapitalquote veranschlagen. Hier hilft es sicherlich, die am Markt vorhandenen Angebote miteinander zu vergleichen.

Sparguthaben auflösen und in die Finanzierung einbinden

Nicht wenige Kreditsuchende haben durchaus die Möglichkeit, ihren Eigenkapitalanteil zu erhöhen und so dazu beizutragen, dass letztendlich doch ein attraktiver Zinssatz genutzt werden kann. Eine Maßnahme besteht vor allem darin, vorhandene Sparguthaben aufzulösen und das Kapital stattdessen lieber als Eigenkapital in die Finanzierung einzubringen. Insbesondere bei den aktuell geringen Zinsen für Guthaben auf Spar-, Festgeld- und Tagesgeldkonten ist es wirtschaftlich betrachtet ohnehin Unsinn, das Geld einerseits für eine Verzinsung von beispielsweise 0,5 Prozent auf dem Sparbuch liegen zu haben, wenn auf der anderen Seite aufgrund mangelnden Eigenkapitals ein Zinsaufschlag von einem Prozent oder mehr bei der Immobilienfinanzierung gezahlt werden muss.

Bild: © Depositphotos.com / Jirsak


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Über den Autor Oliver Schoch

Oliver Schoch ist gelernter Bankkaufmann und war über 15 Jahre bei verschiedenen Banken und in diversen Bereichen tätig. Seit mittlerweile sieben Jahren ist er in Vollzeit als freiberuflicher Journalist und Online-Redakteur tätig. Webseite: www.autor-schoch.de