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<span class=ns>News:</span> EU-Richtlinie für verbesserte Beratung bei Immobilienkrediten

Am 21. März 2016 wird eine EU-Richtlinie hierzulande in Kraft gesetzt, die sich EU-Wohnungsimmobilienkreditrichtlinie nennt. Dabei geht es insbesondere darum, den Verbraucherschutz in der Hinsicht zu verbessern, als dass Beratungen bezüglich Immobilienkrediten nachweisbar auf einer fachlich fundierteren Basis von noch mehr ausgebildeten Beratern und Kreditvermittlern durchgeführt werden sollen. Allerdings gibt es in dem Zusammenhang auch eine eher negative Veränderung für Verbraucher, nämlich den Wegfall des bisher gerne genutzten Widerrufsjokers.

Verbesserte Beratung bei Immobilienkrediten

Ein zentrales Element der EU-Richtlinie besteht darin, die Beratungsqualität für Verbraucher im Hinblick auf einen Immobilienkredit zu verbessern. Dies soll unter anderem gewährleisten, dass sich Kreditsuchende besser informiert fühlen und ihre Entscheidung daher auf einer fachlich fundierteren Basis treffen können. Damit dies möglichst in allen Bereichen gewährleistet werden kann, entfällt beispielsweise die Möglichkeit der Fernberatung. Stattdessen müssen Kreditsuchende im Bereich der Immobilienfinanzierung zukünftig stets vor Ort von einem Berater informiert werden. Damit einhergehen soll, dass der jeweilige Berater noch mehr auf die persönlichen Verhältnisse, Ziele und Wünsche des Kunden eingeht und ihn möglichst ausführlich über alle im Zusammenhang mit dem Immobilienkredit wichtigen Details informiert. Um die bessere Beratung auch im Bereich der Kreditvermittlung zu ermöglichen, sollen zukünftig sämtliche Darlehensvermittler, insbesondere wiederum im Bereich Immobilienkredite, einen Sachkundenachweis erbringen müssen.

Wegfall des zeitlich unbefristeten Widerrufsrechts

Eher negativ ist, dass der sogenannte Widerrufsjoker ab dem 22. Juni dieses Jahres in der Form nicht mehr existieren wird, als dass Immobilienkreditverträge mit einer fehlerhaften Widerrufsbelehrung dann nicht mehr ohne zeitliche Befristung vom entsprechenden Kreditnehmer widerrufen werden können. Stattdessen wird eine maximale Widerrufsfrist eingeführt, die sich auf zwölf Monate und 14 Tage beläuft. Insbesondere Kreditnehmer, die zwischen 2002 und 2010 einen Immobilienkreditvertrag abgeschlossen haben und noch nicht haben prüfen lassen, ob die damit verbundene Widerrufsbelehrung fehlerhaft ist, sollten jetzt möglichst zeitig handeln. Durch einen Widerruf und die damit verbundene Möglichkeit, das bestehende Darlehen vorzeitig aufzulösen und gegen ein voraussichtlich deutlich günstigeres Immobiliendarlehen zu ersetzen, kann es zu einer zukünftig erheblichen Kostenersparnis kommen.

Bild: © Depositphotos.com / Pixinooo

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Über den Autor Oliver Schoch

Oliver Schoch ist gelernter Bankkaufmann und war über 15 Jahre bei verschiedenen Banken und in diversen Bereichen tätig. Seit mittlerweile sieben Jahren ist er in Vollzeit als freiberuflicher Journalist und Online-Redakteur tätig. Webseite: www.autor-schoch.de