News: Eigentümer im höheren Alter wollen teilweise überhöhte Preise » Finanzen Heute

<span class=ns>News:</span> Eigentümer im höheren Alter wollen teilweise überhöhte Preise

Es gibt immer mehr Personen in fortgeschrittenem Alter, die beispielsweise aufgrund einer eingetretenen Pflegebedürftigkeit dazu gezwungen sind, ihr geliebtes Eigenheim zu verkaufen. Eine große Anzahl dieser älteren Immobilieneigentümer verlangt laut einer aktuellen Umfrage allerdings zum Teil völlig überhöhte Preise, was die zum Verkauf stehende Immobilie angeht.

Preise zum Teil deutlich über dem Marktwert

Nicht wenige Immobilienvermittler raufen sich die Haare, wenn sie mit der Vermittlung eines Objektes beauftragt wählen, bei dem die Eigentümer beispielsweise 70 Jahre oder älter sind. Oftmals verlangen die Besitzer unverhältnismäßig hohe Preise, wenn sie ihre Immobilie verkaufen möchten bzw. müssen. Die Vermittler haben dafür mehrere Erklärungen, aber in erster Linie sind es emotionale Faktoren, die dazu führen, dass teilweise utopische Preise verlangt werden. Wer beispielsweise 50 Jahre oder länger in seinem Haus gewohnt hat, der sieht darin einen erheblichen ideellen Wert, der in vielen Fällen nichts mit dem aktuellen Marktwert zu tun hat. Daher werden beispielsweise selbst für relativ abgewohnte Immobilien mit einer Wohnfläche von beispielsweise 100 Quadratmetern Preise in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro veranschlagt.

Emotionen spielen eine große Rolle

In gewisser Weise benehmen sich nicht wenige älterer Hauseigentümer aus Sicht der beauftragten Makler wie Kinder. Sie sind eng mit der eigenen Immobilie verbunden und möchten diese schlichtweg nicht verkaufen, was sie allerdings aus wirtschaftlichen Gründen dennoch müssen. Diesen Konflikt versuchen sie dadurch zu lösen, dass utopisch hohe Kaufpreise angesetzt werden, sodass es in der Praxis ohnehin nicht zu einem Verkauf kommen dürfte. Darüber hinaus spielt auch die häufig zu leistende Trauerarbeit eine wichtige Rolle. Oftmals ist der Partner verstorben und deshalb muss der Eigentümer sein Haus verkaufen, um beispielsweise in eine kleine Wohnung zu ziehen. Dies trifft allerdings nicht auf die emotionale Ebene zu, denn diese klammert sich in vielen Fällen an das geliebte Haus. Fast nie berücksichtigt werden zudem Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen, die aufgrund der abgenutzten Immobilie vom Käufer durchgeführt werden müssen.

Umkehrhypothek als mögliche Alternative

Da sich insbesondere Rentner und Rentnerinnen häufig nur schwer von ihrem geliebten Einfamilienhaus trennen können, allerdings auf der anderen Seite mitunter dringend Geld benötigen, kommt das zuvor beschriebene Problem bei den Verkaufspreisen recht häufig zustande. Eine Lösung wäre sicherlich in manchen Fällen die sogenannte Umkehrhypothek. Das Problem besteht nämlich bei den meisten Senioren und Seniorinnen darin, dass keine ausreichende Liquidität vorhanden ist, selbst wenn ein Einfamilienhaus als Eigentum zur Verfügung steht. Die Umkehrhypothek greift genau dieses Problem auf, denn der Eigentümer kann weiterhin in seiner Immobilie wohnen und erhält im Gegenzug meistens monatlich einen bestimmten Kapitalbetrag ausgezahlt, da eine Hypothek auf sein Haus eingetragen wird. Experten raten allerdings mittlerweile von diesem Modell ab, da die Kosten meistens sehr hoch sind und das ausgezahlte Kapital auch nicht unbedingt für einen allzu langen Zeitraum reicht.

Bild: © Depositphotos.com / Feverpitch

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Über den Autor Oliver Schoch

Oliver Schoch ist gelernter Bankkaufmann und war über 15 Jahre bei verschiedenen Banken und in diversen Bereichen tätig. Seit mittlerweile sieben Jahren ist er in Vollzeit als freiberuflicher Journalist und Online-Redakteur tätig. Webseite: www.autor-schoch.de