Schweizer Franken – vielleicht wertvollste Währung der Welt » Finanzen Heute

Schweizer Franken – vielleicht wertvollste Währung der Welt

Die kleine Schweiz mit ihren gerade einmal acht Millionen Einwohnern, ist ein erstaunliches Land. Neutral, wirtschaftlich bestens aufgestellt, mit einer höchst effektiven Infrastruktur, verschwiegen in Geldsachen und mit einer Währung ausgestattet, die als die sicherste und stabilste Währung der Welt gilt. Das Vertrauen der Anleger in den Schweizer Franken ist sehr hoch und selbst wenn es auf dem Devisenmarkt mal wieder hoch her geht, der Schweizer Franken bleibt stabil und ist daher international eine der bewährten Anlagewährungen geworden.

Die Geschichte des Franken

„Fränkli“ nennen die Schweizer liebevoll ihre Währung, mit der sie seit dem 9. Mai 1850 bezahlen. Bevor der Schweizer Franken die offizielle Landeswährung wurde, hatte jeder der Kantone sein eigenes Geld. Erst 1798 führten die Franzosen eine einheitliche Währung, den „Franc de Suisse“ ein. Die Münzen waren aus Silber und in Batzen und Rappen unterteilt, zehn Batzen waren 100 Rappen. 1803 bekamen die Kantone wieder die Münzhoheit, die Tagessatzung wurde aber weiterhin in Franken festgelegt. 1848 wurde die Schweiz als Staat gegründet und zwei Jahre später wurde der Schweizer Franken die Währung des frischgebackenen souveränen Landes. Als das Bretton-Woods-System 1973 zusammenbrach, koppelte sich der Franken vom Dollar ab. Der Dollar ist seitdem ständig Turbulenzen ausgesetzt und hat stetig an Wert verloren, der Schweizer Franken aber blieb stabil.

Der Schweizer Franken im Überblick

Als die Schweiz eine einheitliche Währung bekam, wurden zunächst nur Münzen ausgegeben, Banknoten gab es erst im Jahre 1907. Die neu gegründete Schweizer Nationalbank hatte das sogenannte Notenmonopol und durfte als einzige Bank im Land Geldscheine herausgeben. Das ist heute natürlich anders, aber im benachbarten Liechtenstein, wo ebenfalls in Schweizer Franken bezahlt wird, werden bis zum heutigen Tag keine Banknoten ausgeben und nach dem aktuellen Währungsvertrag haben die Liechtensteiner auch kein Recht dazu. Die Münzen sind wie folgt unterteilt:

  • Fünf Rappen
  • Zehn Rappen
  • 20 Rappen
  • Halber Franken
  • Ein Franken
  • Zwei Franken
  • Fünf Franken

Nicht mehr geprägt werden die kleinen Münzen, die Ein- und Zweiräppler. Die zehn Rappen Münze ist die älteste Münze, die im Umlauf ist, sie wurde 1879 zum ersten Mal geprägt und ist bis heute unverändert geblieben. Die kleinste Banknote ist der 10-Franken-Schein, dann folgt der 20-Franken-Schein, der 50-Franken-Schein, der 100-Franken-Schein, der 500-Franken und schließlich der 1000-Franken-Schein. Der 1000-Franken-Schein, der seit 1907 ausgegeben wird, ist eine Banknote, die gemessen an anderen Währungen, die höchste Kaufkraft hat und damit einer der wertvollsten Banknoten der Welt ist.

Eine sehr stabile Währung

Die internationalen Wechselkurse sind flexibel und launenhaft, nur der Schweizer Franken lässt sich von den Unruhen am Devisenmarkt nicht beeindrucken. Die Schweiz ist einer der wichtigsten Finanzplätze der Welt und Anleger rund um den Globus haben sehr großes Vertrauen in diesen Finanzplatz und vor allem auch in die Schweizer Währung. Die Alpenrepublik gilt als eine Art sicherer Hafen, wenn es um Anlagegeschäfte geht, vor allem dann, wenn die Welt in wirtschaftlicher und in politischer Hinsicht mal wieder von Katastrophen heimgesucht wird. Dieses Vertrauen äußert sich auch in den Wechselkursen, denn bedingt durch die hohe Nachfrage, bleibt die Schweizer Währung immer stabil.

Stark in Krisenzeiten

Als es in Europa 2010 zum ersten Mal zu einer Eurokrise kam und die USA immer tiefer in eine Staatsverschuldung rutschte, erwies sich der Franken als rettende Währung für viele internationale Anleger. Schon zu Beginn der Krise stieg der Wechselkurs des Frankens gegenüber dem Euro um mehr als 30 % und gegenüber dem Dollar um 25 % an. Die Schweizer Nationalbank bekam daraufhin Probleme, denn es musste eine sogenannte Überbewertung des Frankens verhindert werden. In der Folge blieb der Nationalbank nichts anderes übrig, als ein Kursziel festzulegen, wonach es für 1,20 Franken einen Euro gibt.

Bild: © Depositphotos.com / valphoto

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.