Armut im Alter – die Gewerkschaften fordern Kurswechsel

Veröffentlicht: 3. April 2016 | 16:45 Uhr
Armut im Alter – die Gewerkschaften fordern Kurswechsel

Die Bundesregierung muss ihren Kurs in der Rentenpolitik ändern, sonst sind sehr viele Deutsche von Altersarmut bedroht – das sagt Reiner Hoffmann, der Chef des DGB. Der Deutsche Gewerkschaftsbund will ein eigenes Konzept entwickeln und verabschieden, um zu verhindern, dass das Rentenniveau in Deutschland noch weiter absinkt.

Es muss sich etwas ändern

Wenn die Regierung jetzt nicht gegensteuert, dann werden viele Deutsche in einigen Jahren in Armut leben müssen, sagt der DGB und fordert die Große Koalition nachdrücklich dazu auf, das Rentenniveau nicht noch weiter abzusenken. Schon in der nächsten Wochen will die Spitze des DGB ein Konzept mit einer entsprechenden Kampagne auf den Weg bringen, denn das Thema Rente birgt nach Ansicht des DGB gesellschaftlichen Sprengstoff. Die Riester-Rente, die eigentlich dazu beitragen sollte, das Rentenniveau anzuheben, ist für den DGB ein totaler Flop und die Regierung dürfe einfach nicht zulassen, dass Menschen, die 40 Jahre oder länger gearbeitet und Steuern gezahlt haben, im Alter zum Sozialfall werden.

Die Rentenversicherung umbauen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert unter anderem, die Mütterrente aus Steuermitteln zu finanzieren, damit die Rentenkassen entlastet werden. Außerdem müsste dafür gesorgt werden, dass die Menschen länger als bisher am Arbeitsleben teilnehmen. Auch eine gesteuerte Zuwanderung mit dem dazu passenden Gesetz sollte die Regierung endlich beschließen, so der DGB. Um die Rentenversicherung auf Dauer zu entlasten, sollten zudem auch Selbstständige und Beamte in die Rentenkasse einzahlen.

Wie sieht die Zukunft aus?

Das Rentenniveau liegt derzeit bei gut 47 % des durchschnittlichen Nettolohns, bis zum Jahr 2030 wird dieses Niveau aber bei 43 % liegen. Das bedeutet, dass noch mehr Menschen im Alter arm und damit zum Fall für das Sozialamt werden. Ein Umbau von der klassischen Rentenversicherung in eine Erwerbstätigkeitsversicherung ist nach Meinung des Deutschen Gewerkschaftsbundes der richtige Weg, um die Armut im Alter zu vermeiden.

Bild: © Depositphotos.com / svehlik

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.