Skandal um Briefkastenfirmen – deutsche Banken sind betroffen » Finanzen Heute

Skandal um Briefkastenfirmen – deutsche Banken sind betroffen

370 Journalisten aus 78 Ländern haben fast zwölf Millionen Daten ausgewertet und damit einen Skandal ausgelöst, der weltweit für Erschütterung sorgen wird. Die sogenannten „Panama Papers“ enthüllen die Steuersünden und unsauberen Geldgeschäfte von Politikern, Sportlern, Staatschefs und Banken. Auch „einige interessante Namen aus Deutschland“ stehen auf der Liste und wenn es stimmt, was die Journalisten berichten, dann werden auch Banken aus Deutschland in Erklärungsnot kommen.

Islands Präsident wurde vorgeführt

Als es 2008 zur internationalen Finanzkrise kam, war Island besonders betroffen. Die langen Schatten der Krise haben jetzt auch den Premierminister Sigmundur Gunnlaugsson eingeholt, denn er ist einer derjenigen, der jetzt im Fokus des neuen Skandals steht. In einem Interview wurde der Politiker von einem Journalisten regelrecht vorgeführt. Als die Frage nach seiner Beteiligung an einer Briefkastenfirma gestellt wurde, reagierte Gunnlaugsson zunächst verblüfft, dann verunsichert, schließlich wütend und verließ dann das Gespräch. Aber nicht nur der isländische Premier steckt in der Klemme, auch der ukrainische Präsident Poroschenko ist offenbar in Geldschiebereien verwickelt.

Siemens und die Banken

Auch wenn die Namen vieler Politiker in den „Panama Papers“ auftauchen, deutsche Politiker sind angeblich nicht dabei. Dafür taucht der Name Siemens auf, ein Unternehmen, das in der Vergangenheit immer wieder mit diversen Skandalen auf sich aufmerksam gemacht hat. In den Dokumenten sind außerdem viele deutsche Banken zu finden, die im Verdacht stehen, in einem großen Umfang ihren deutschen Kunden bei Steuerhinterziehungen geholfen zu haben. Das einzige Geldinstitut, das nicht in den brisanten Papieren auftaucht, sind die Sparkassen.

Der Sinn ist klar

Wozu braucht man Briefkastenfirmen, fragt der frühere Linken-Fraktionschef Gregor Gysi und trifft mit dieser Frage ins Schwarze. Diese „Firmen“ werden nur dann ins Leben gerufen, wenn es um unsaubere Geldgeschäfte geht, und nach Ansicht von Gysi sollten diese Firmen, die nichts anderes als eine Postadresse haben, einfach verboten werden.

Bild: © Depositphotos.com / trgowanlock


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.