Vorsicht vor Mittelstandsanleihen

Veröffentlicht: 6. April 2016 | 12:54 Uhr
Vorsicht vor Mittelstandsanleihen

Damit sich kleine und mittelständische Unternehmen nicht durch Kredite von den Banken abhängig machen, gibt es die sogenannten Mittelstandanleihen. Lange Jahre funktionierte diese Anleiheform hervorragend, jetzt ziehen allerdings dunkle Wolken am Horizont auf, denn die Papiere, die den Unternehmen eigentlich helfen sollten, werden mehr und mehr zu einer Art Tummelplatz für schwierige Fälle, und das hat sehr teure Folgen vor allem für diejenigen, die sparen wollen.

Geld für die Macher

Der deutsche Mittelstand steht für Innovation, Sorgfalt, für Integrität und auch für Nachhaltigkeit. Diese Aspekte waren das Fundament der Unternehmen und aufgrund dieser Fakten war es für die meisten Mittelständler nicht schwierig, Geld zu bekommen. Jetzt versuchen viele Banken, ihre mittelständischen Kunden an die Börse zu bringen und das geht nicht immer gut. Ein misslungenes Beispiel ist der Textilkonzern Steilmann (Modekette Adler), der vor fünf Monaten an die Börse ging und nun Insolvenz anmelden musste. Schuld an diesem Desaster war die Bank und Steilmann ist nicht das einzige Unternehmen, das durch Mittelstandsanleihen in die Pleite gerutscht ist.

Eine Bilanz des Schreckens

Neben Steilmann traf es auch den Recycling- und Schrotthändler Scholz, der seinen Firmensitz extra in die Finanzmetropole London verlegt hat, auch hier hat es die Bank geschafft, das Unternehmen zu ruinieren. Es sind vor allem die kleineren Banken, die im großen Geschäft an der Börse nicht mithalten können und die dem Ruf der soliden Mittelstandsanleihe schwere Schäden zugefügt haben. Sie haben von den privaten Anlegern profitiert, die bedingt durch die Niedrigzinspolitik der EZB, nach neuen Anlageformen gesucht haben. Das erste Quartal 2016 liest sich wie eine Bilanz des Schreckens, denn noch niemals zuvor haben so viele Anleger so viel Geld verloren. Knapp 500 Millionen Euro sind entweder gefährdet oder weg, und einen Löwenanteil an dieser negativen Bilanz haben vor allem mittelständische Unternehmen wie Steilmann, Scholz und auch German Pellets.

Bild: © Depositphotos.com / vampy1

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