Was sagt der Cash Flow über ein Unternehmen aus?

Was sagt der Cash Flow über ein Unternehmen aus?

Was sagt der Cash Flow über ein Unternehmen aus? – finanzen-heute.com

Wer vor 100 Jahren ein Geschäft hatte, der musste ein sogenanntes Kontobuch führen, in dem alle Einnahmen und Ausgaben notiert wurden. Die meisten Geschäftsleute der damaligen Zeit addierten einmal im Monat die Einnahmen und die Ausgaben, berechneten die Differenz zwischen den beiden Summen und konnten auf diese Weise sehen, ob mit Gewinn oder mit Verlust gearbeitet wurde. Musste das Geschäft einen Kredit aufnehmen, dann dienten die Zahlen aus dem Kontobuch als Grundlage, denn anhand der Zahlen konnte die Bank den Geldfluss nachvollziehen und dann über die Kreditwürdigkeit entscheiden. Dieser Geldfluss trägt heute den modernen Namen Cash Flow.

Eine Messgröße der Betriebswirtschaft

Cash Flow ist nichts anderes als der Geldfluss eines Unternehmens innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Diese Messgröße aus der Welt der Betriebswirtschaft ist so etwas wie ein Indikator, wenn es darum geht, die Liquidität und die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens zu bestimmen. Wie ist ein Unternehmen finanziell aufgestellt? Darüber kann nur der Geldfluss Auskunft geben, denn durch den Cash Flow werden alle finanziellen Mittel abgebildet. Noch heute werden die Ausgaben von den Einnahmen eines Unternehmens abgezogen und der Betrag, der am Ende übrig bleibt, der zeigt genau an, wie viel Geld das Unternehmen eingenommen hat und ob es in der Lage ist, sich selbst zu finanzieren oder ob es fremdes Geld benötigt, zum Beispiel durch einen Kredit von der Bank.

Der direkte Cash Flow

Der Cash Flow kann auf zwei unterschiedliche Methoden ermittelt werden, entweder direkt oder indirekt. Die direkte Methode ist allerdings eine Ausnahme, denn hier werden zur Ermittlung des genauen Geldflusses alle Aufwandsbuchungen nicht berücksichtigt, es gibt lediglich die Differenz zwischen den Einnahmen und den Ausgaben. Diese Methode ist sehr oberflächlich, denn aus der Differenz lässt sich nicht erkennen, wofür etwas ausgegeben wurde. Auch die genaue Liste der Dinge, die für die Einnahmen verkauft wurden, ist bei der direkten Methode nicht ersichtlich. Alle, die Wert auf eine korrekte und detaillierte Buchführung legen, müssen daher einen indirekten Cash Flow machen, denn hier werden auch alle nicht zahlungswirksamen Aufwendungen berücksichtigt, die es innerhalb eines bestimmten Zeitraums gegeben hat.

Positiv oder negativ?

Den Geldfluss exakt zu dokumentieren, ist für jedes Unternehmen sehr wichtig, denn der Cash Flow dient als Kennzahl, um die finanzielle Lage eines Unternehmens einschätzen zu können. Ist der Geldfluss positiv, dann hat ein Betrieb gut gewirtschaftet und steht ebenso gut da. Damit erhöht sich die Chance, bei der Bank einen günstigen Kredit zu bekommen oder um bessere Bedingungen mit Lieferanten aushandeln zu können. Ein positiver Geldfluss zeigt der Bank, das Unternehmen ist liquide und in der Lage, einen Kredit zeitnah zu tilgen. Bei einem negativen Geldfluss sieht das anders aus, denn hier sind die Ausgaben höher als die Einnahmen und zeugen von einem schlechten Management. An einem kleinen Beispiel lässt sich ein positiver Geldfluss einfach erklären:

  • Ein Unternehmen nimmt monatlich 45.000 Euro ein und hat auf der Gegenseite 15.000 Euro an Ausgaben, zum Beispiel für Miete, Gehälter oder Betriebskosten. In diesem Fall gibt es einen positiven Geldfluss, und zwar in Höhe von 30.000 Euro. Das Unternehmen würde bei der Bank jederzeit einen Kredit bekommen, denn hier stimmt die Differenz zwischen den Einnahmen und den Ausgaben.

Wichtig für das Wachstum

Der Cash Flow ist sehr wichtig, wenn es um die Wachstumsprognosen eines Unternehmens geht und er gibt Auskunft darüber, wie hoch oder niedrig die Verschuldungsfähigkeit ist. Für Geldgeber lässt sich an der Kennzahl ablesen, ob ein Unternehmen das Potenzial hat, weiter zu wachsen oder ob es stagniert. Besonders wenn ein Unternehmen plant, an die Börse zu gehen, dann spielt der Cash Flow eine wichtige Rolle, denn an ihm lässt sich ablesen, ob ein Börsengang ratsam ist oder nicht.

Bild: © Depositphotos.com / Melpomene

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.