Royal Bank of Scotland – eine Bank mit Geschichte » Finanzen Heute

Royal Bank of Scotland – eine Bank mit Geschichte

Sie ist die größte Bank in Schottland, die zweitgrößte in Großbritannien, die drittgrößte in Europa und auf der Liste der größten Banken der Welt steht sie auf dem zehnten Platz – die Royal Bank of Scotland. Kaum eine andere Bank hat eine so lange, spannende Geschichte wie die RBS und wie kaum eine andere Bank geriet die Bank mit Sitz im schottischen Edinburgh, während der globalen Finanzkrise 2008 in die Kritik und in Bedrängnis.

Eine wechselvolle Geschichte

Die Anfänge der Royal Bank of Scotland reichen bis in das Jahr 1695 zurück. Schon damals gab es eine Bank of Scotland, die allerdings nur dann Kredite an den Staat vergeben durfte, wenn das schottische Parlament dazu seine Erlaubnis gab. Damit es bei den Geldgeschäften der Bank nicht zu Widerständen seitens der Politik kam, wurde neben der Bank of Scotland eine Bank mit königlichem Segen gegründet, die Royal Bank of Scotland. Schon ein Jahr später führte die königliche Bank eine Neuerung ein, die heute ein Klassiker ist, den Überziehungskredit. In den folgenden Jahren lieferten sich die beiden schottischen Banken einen harten Wettkampf, den die RBS letztendlich durch Expansion gewinnen konnte. Die RBS eröffnete viele Filialen im Land und übernahm andere Geldhäuser, um mehr Einfluss zu gewinnen.

Stetig auf Erfolgskurs

Es war die Royal Bank of Scotland, die in den 1920er Jahren für eine Konsolidierung des britischen Bankenwesens sorgte und damit nach dem Zweiten Weltkrieg endgültig zur größten Bank in Schottland wurde und so mehr als 50 % des schottischen Finanzmarkts kontrollieren konnte. Es wurden immer wieder neue Finanzprodukte angeboten, Kunden konnten Versicherungen abschließen und die Bank investierte in den USA. In den 1990er Jahren kam es zu einer Kehrtwende und die Royal Bank of Scotland widmete sich wieder mehr dem Privatkundengeschäft. Sie führte das Telefon- und Onlinebanking ein, beteiligte sich an der Virgin Group, an der Supermarktkette Tesco und verleibte sich durch eine feindliche Übernahme im Jahr 2000 auch die National Westminster Bank ein. Der englischen Bank folgten noch weitere Banken wie die ABN AMBRO, eine niederländische Großbank, die für 71,8 Milliarden Euro geschluckt wurde. Als Königin Elisabeth II. die neue Zentrale in der Nähe von Edinburgh feierlich eröffnete, war die Royal Bank of Scotland auf den Höhepunkt ihrer Macht.

Die Royal Bank of Scotland und der steile Absturz

Das Jahr 2008 war für viele Banken weltweit ein sehr schlechtes Jahr, aber besonders schlimm traf es die Royal Bank of Scotland. Die königliche Bank verlor Milliarden und konnte nur überleben, weil die britische Regierung sie mit Finanzhilfen stützte. Aktionäre mussten auf ihre Dividende verzichten, aber das reichte nicht, denn Ende 2008 hatte die RBS noch immer Verluste von 27 Milliarden Euro. 2009 sah sich die britische Regierung gezwungen, noch einmal 34 Milliarden Euro in die schottische Bank zu pumpen, als Gegenleistung musste die RBS große Teile ihres Investmentgeschäftes verkaufen und Filialen schließen. Eine Ursache für den rasanten Fall der Bank war die Übernahme der ABN AMBRO, denn man hatte versäumt, das Management und den Aufsichtsrat gründlich zu überprüfen, denn dort stimmte so gut wie gar nichts.

Neustart durch Verkleinerung

Nach dem Krisenjahr 2008 kam die schottische Bank nicht mehr richtig auf die Beine. 2012 gab die Bank eine Verkleinerung bekannt und baute 3.500 Arbeitsplätze ab. Das Investment-Geschäft wurde weiter verkleinert, das Geschäft mit der Börse mehr oder weniger auf Eis gelegt, Fusionen und Übernahmen wurden gestoppt sowie Unternehmen verkauft, die der Bank gehörten. In diesem Zusammenhang sorgte Stephen Hester, der Chef der Bank, für einen Skandal, denn er gönnte sich mitten in der größten Krise einen Bonus vom 1,15 Millionen Euro, verzichtete dann aber aufgrund massiver Proteste auf diese Zahlung.

Bild: © Depositphotos.com / Joeppoulssen


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.