Argentinien – ein beeindruckendes Comeback » Finanzen Heute

Argentinien – ein beeindruckendes Comeback

Vor 15 Jahren legte Argentinien einen Staatsbankrott hin, der als zweitgrößte dieser Art in die Geschichte einging. Heute nimmt das südamerikanische Land wieder ganz lässig 17 Milliarden Dollar an den internationalen Finanzmärkten ein, und für dieses fulminante Comeback gibt es eine ganz simple Erklärung.

Eine unglaubliche Geschichte

Es ist schwer vorstellbar, wenn ein Schuldner, der mitten im Bankrott steckt und zudem noch als ein notorischer Pleitegeier gilt, seine Gläubiger darum bittet, ihm noch mehr Geld zu geben, damit die Schulden bezahlt und neue Schulden gemacht werden können. In der Regel gibt es in einem solchen Fall kein Happy End, aber bei der Staatspleite Argentiniens sah das ein wenig anders aus. Das Land wird nach der Staatspleite von Investoren mit Geld nur so überhäuft. Zum ersten Mal nach 15 Jahren kehrt Argentinien wieder an den Geldmarkt zurück und sammelte praktisch aus dem Stand fast 17 Milliarden Dollar und damit drei Prozent der Wirtschaftsleistung ein.

Staatsanleihen verkaufen

Der argentinische Staatspräsident Mauricio Macri wollte eigentlich nur Staatsanleihen im Wert von zehn bis 15 Milliarden Dollar verkaufen, aber die Nachfrage war so groß, dass das Volumen erhöht werden musste. Das bankrotte Land hätte noch sehr viel mehr verkaufen können, denn die Anleger hatten bereits im Vorfeld Schuldentitel von knapp 65 Milliarden Dollar geordert. Für ein Schwellenland wie Argentinien ist das eine Sensation und es macht sehr deutlich, in welcher verzweifelten Lage die Investoren sein müssen, wenn es um Anlagen mit einer guten Verzinsung geht.

Experten sind noch skeptisch

Die Probleme Argentiniens sind zwar immer noch nicht gelöst, denn nach wie vor muss eine Finanzlücke von 48 Milliarden Dollar gestopft werden. Wird diese Summe an der wirtschaftlichen Leistung des Landes gemessen, dann ist das ein Defizit von neun Prozent. Entsprechend skeptisch sind die Finanzexperten, die damit rechnen, dass auch in Zukunft der Finanzbedarf Argentiniens hoch bleiben wird.

Bild: © Depositphotos.com / Wavebreakmedia


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.