Globalisierung – des einen Freud, des anderen Leid

Globalisierung – des einen Freud, des anderen Leid

Globalisierung – des einen Freud, des anderen Leid – finanzen-heute.com

Globalisierung – dieses Wort kennen alle, aber jeder verbindet mit diesem Wort etwas anderes. Ein Politiker versteht darunter etwas anderes als ein Wirtschaftswissenschaftler, ein Journalist oder der Bürger. Selbst wenn jeder eine andere Deutung hat, im Kern bringen es die verschiedenen Ansichten aber auf einen Punkt: Globalisierung ist ein stetig wachsendes Netz in unterschiedlichen Bereichen, die die ganze Welt betreffen. Die globale Wirtschaft gehört ebenso zu diesem weltumspannenden Netzwerk wie auch die globale Kommunikation und die Politik.

Wie ist die Globalisierung entstanden?

In welcher Epoche, oder zu welchem Zeitpunkt zum ersten Mal von einer Globalisierung gesprochen wurde, dazu gibt es heute verschiedene Thesen. Einige Quellen behaupten, das globale Denken begann schon im 19. Jahrhundert, andere sind der Meinung, dass die Globalisierung erst nach dem Zweiten Weltkrieg erst richtig Fahrt aufgenommen hat. Nach 1945 gab es die ersten Währungsunionen, es wurden Wirtschaftspakte ausgehandelt, auf militärischer Ebene wurden Gemeinschaften wie die NATO beschlossen und auch Bildungskooperationen begründeten ein neues, globales Zeitalter. Das beste Beispiel für eine weltumspannende Gemeinschaft ist bis heute die UNO, die im Jahre 1945 mit 51 Mitgliedsstaaten gegründet wurde. Sieben Jahre später folgte die Europäische Gemeinschaft, die bis heute für den Zusammenschluss der Länder Europas steht.

Wie vorteilhaft ist eine globale Gemeinschaft?

Es gibt viele Menschen, die die globale Welt kritisch sehen, aber es gibt auch Befürworter und vor allem Nutznießer, die diese Vorteile genießen. Zu den großen Vorteilen gehört mit Sicherheit die weltweite Vernetzung der Medien, aber auch günstige Preise für Gebrauchsartikel werden durch den globalen Handel möglich. Durch das Internet kann heute jeder mit nur wenigen Mausklicks ein Kleid in den USA kaufen oder via Skype mit einem Freund in Australien chatten. Unternehmen können durch die Globalisierung schneller an Betriebskapital kommen und zudem einfacher Geschäftsverbindungen ins Ausland aufnehmen.

Welche Nachteile gibt es?

Die Gegner einer globalen Welt sehen vor allem die kleinen und mittelständischen Unternehmen in Gefahr, die sich irgendwann nicht mehr gegen die multinationalen Konzerne wehren können und vom Markt gedrängt werden. Ein anderer großer Nachteil sind die schlechten Arbeitsbedingungen in den Billiglohnländern wie auch der Abbau von Arbeitsplätzen in den Industrienationen. Die Umwelt leidet zunehmend unter dem stetig wachsenden Verkehr der Waren und das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage wird empfindlich gestört. Dazu kommt die Gefahr einer internationalen Kettenreaktion, denn wenn ein Land Probleme bekommt, das ein Glied in der internationalen Kette ist, dann reißt es die anderen Länder mit. Ein Beispiel für eine solche Kettenreaktion ist Griechenland, ein Land, das durch seine großen finanziellen Probleme die anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft stark belastet.

TTIP und die Flüchtlingskrise

Seit einigen Jahren zeigen sich immer mehr Schattenseiten, wenn es um die Globalisierung geht. Das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP steht dabei zunehmend im Fokus der Globalisierungsgegner. Sie befürchten, dass die Demokratie in Gefahr ist und die großen internationalen Konzerne die Gesetze eines Landes nach Belieben aushebeln werden, um an ihr Ziel zu kommen. Dazu kommt die Befürchtung, dass zum Beispiel in Deutschland genmanipulierte Lebensmittel den Markt überschwemmen werden, die nicht als solche gekennzeichnet sind. Die internationale Flüchtlingskrise sehen viele ebenfalls als ein Zeichen der fehlgeschlagenen Globalisierung. Der zunehmende Einfluss der reichen westlichen Industrienationen in den meisten Entwicklungsländern oder den Ländern der Dritten Welt sorgt dafür, so die globalen Gegner, dass immer mehr Menschen in Armut leben müssen und keinen anderen Weg mehr sehen, als in die vermeintlichen reichen Länder zu flüchten. In der Uneinigkeit der europäischen Staaten bei der Verteilung der Flüchtlinge sehen viele die Bestätigung, dass die globale Welt gescheitert ist.

Die Vernetzung der Welt hat Vorteile, aber leider auch viele Nachteile, jedoch bedeutet sie für Menschen überall auf dieser Erde ein besseres Leben.

Bild: © Depositphotos.com / SergeyNivens

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.