Network-Marketing – das seriöse Schneeballsystem? » Finanzen Heute

Network-Marketing – das seriöse Schneeballsystem?

Jeder hat wahrscheinlich schon einmal von einem sogenannten Schneeballsystem gehört, einem System, von dem sich viele Menschen das ganz große Geld erhoffen, um dann letztendlich betrogen zu werden. Das Schneeball- oder Pyramidensystem hat zu Recht einen sehr schlechten Ruf, es hat jedoch nichts mit Network-Marketing zu tun, auch wenn sich diese beiden Systeme ähnlich sind. Während es sich beim Network-Marketing um eine seriöse Geschäftsidee handelt, ist das Schneeballsystem zum Teil sogar verboten. Wo liegen die Unterschiede zwischen diesen beiden Systemen und wie kann man erkennen, welches System das seriöse System ist?

Wie funktioniert das Schneeballsystem?

Um an einem Schneeballsystem teilnehmen zu können, muss eine bestimmte Summe eingezahlt werden, aber für diese Geldeinlage gibt es außer der Teilnahme keinerlei Gegenleistung. Das Gegenteil ist der Fall, denn wer an einem Schneeballsystem teilnimmt, der muss selbst für weitere Mitspieler sorgen, die dann selbst wieder Mitspieler werben müssen. Nur wer es tatsächlich schafft, in der Pyramide bis ganz nach oben zu kommen, der bekommt eine Gewinnsumme ausgezahlt, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit so hoch zu kommen, sehr gering. Letztendlich profitiert nur derjenige, der das Spiel ins Leben gerufen hat und das ist auch der Grund, warum Systeme wie das Schneeball- und Pyramidensystem als Betrug betrachtet werden und daher auch verboten sind.

Was passiert beim Network-Marketing?

Sowohl das Schneeballsystem als auch das Network-Marketing werden gerne in den gleichen Topf geworfen, aber sie haben im Grunde überhaupt nichts miteinander zu tun. Beim Network-Marketing geht es in erster Linie um Information, erst an zweiter Stelle steht das Verkaufen. Wichtig ist es, immer klar zu stellen, dass keine Erwartung hinter dieser Geschäftsidee steht. Das macht potenzielle Kunden deutlich entspannter und aufnahmefähiger, denn sie können etwas kaufen, aber sie müssen es nicht. Auf diese Weise bleiben die Kunden aktiv, sie fühlen sich nicht bedrängt und was noch wichtiger ist, sie stehen nicht unter Erfolgsdruck. Was Network-Marketing auszeichnet und vom Schneeballsystem unterscheidet, das sind klar erkennbare Vorteile, der immer kostengünstige Einstieg und ein guter Marketingplan, Verpflichtungen gibt es hingegen keine.

Eine Geschäftsidee mit Geschichte

Multi-Level-Marketing, wie das Network-Marketing auch genannt wird, ist eine sehr schnell wachsende und sehr dynamische Form des Handels, die es sehr schwer hat, sich in Deutschland zu etablieren. Während in anderen Ländern wie den USA oder Großbritannien diese Marketing-Variante schon lange Zeit ein Erfolg ist, stehen die Deutschen der Marketing Idee noch misstrauisch gegenüber. Schuld daran sind auch die Schneeballsysteme, mit denen das Network-Marketing nach wie vor in einem Atemzug genannt wird. Erfunden wurde dieses Konzept schon in den 1940er Jahren und aktuell werden auf diesem Weg weltweit ca. 100 Milliarden Dollar bewegt.

Ein Geschäft mit Empfehlungen

Es gibt drei Wege, um Produkte an den Mann oder an die Frau zu bringen. Der erste und bekannteste Weg ist der Einzelhandel, der zweite Weg ist der sogenannte Direktverkauf, wie das beim Kosmetikhersteller Avon oder auch bei Tupperware der Fall ist. Der dritte Weg ist das Network-Marketing, das vor allem im digitalen Zeitalter immer mehr an Bedeutung gewinnt. Im Grunde arbeitet jeder jeden Tag mit dieser Geschäftsidee, denn jeder hat schon mal ein Restaurant oder ein bestimmtes Geschäft an Freude oder Bekannte weiterempfohlen. Normalerweise bekommt man für diese Empfehlung jedoch kein Geld, es ist vielmehr eine Art Freundschaftsdienst, wer sich aber für das Multi Level Marketing entscheidet, der bekommt für seine Empfehlungen Geld. Alle, die mit dieser Form des Marketings Geld verdienen möchten, können selbst entscheiden, wie viel Geld sie verdienen möchten, aber ein finanzieller Erfolg kann nur dann erzielt werden, wenn der „Verkäufer“ auch überzeugen kann. Wichtig ist es, die Grundprinzipien zu verstehen und sie auch anzuwenden, denn dann führt das Verkaufskonzept auch zum gewünschten Erfolg.

Bild: © Depositphotos.com / lightkeeper

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.