Die GLS Bank – eine Bank mit Prinzipien » Finanzen Heute

Die GLS Bank – eine Bank mit Prinzipien

In der heutigen Zeit haben die Banken keinen allzu guten Ruf. Zu oft sind die großen Bankhäuser negativ in den Schlagzeilen zu finden, sie stehen im Verdacht, nur an den eigenen Profit und nicht an das Wohl ihrer Kunden zu denken, sie verspekulieren sich gerne mal und genieren sich dann nicht, Geld vom Staat und damit Steuergelder anzunehmen. Aber es gibt auch Banken, die anders ticken und eine dieser Banken ist die GLS Bank mit Sitz in Bochum.

Was macht die GLS Bank anders?

Mit nur 527 Mitarbeitern und sieben Filialen ist die GLS Bank eine kleine Bank, aber eine Bank mit strengen Richtlinien. Die Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken, wie die GLS mit vollem Namen heißt, sucht sich ihre Kunden sehr genau aus und nicht jeder bekommt die Chance, mit dieser Genossenschaftsbank zusammenzuarbeiten. Jedes Jahr unterstützt die GLS Bank rund 11.000 verschiedene Projekte und Unternehmen. Dazu gehören unter anderem Kindergärten, freie Schulen, Unternehmen, die mit regenerativen Energien arbeiten, aber auch Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Firmen, die nachhaltig bauen oder Wohneinrichtungen für Kinder und Jugendliche gehören zu den Kunden der Bank. Mitbestimmung und Transparenz werden bei der GLS Bank groß geschrieben und die Kunden haben die Möglichkeit, schon bei der Eröffnung des Kontos zu bestimmen, wo sie ihr Geld anlegen möchten.

Was finanziert die Bank nicht?

Wie schon erwähnt, sucht sich die Bank ihre Kunden sehr sorgfältig aus. Sie investiert kein Geld in Unternehmen, die mit Tierversuchen arbeiten, auch die Embryonenforschung und die Rüstungsindustrie haben keine Möglichkeit, Kunden der GLS Bank zu werden. Das Gleiche gilt für Atomkonzerne, für Firmen und Konzerne, die im Ausland auf Kinderarbeit setzen oder die Alkohol produzieren. Die Bank legt sehr viel Wert auf Transparenz und alle, die die Kundenzeitschrift „Der Bankspiegel“ abonnieren, können dort erfahren, an welche Unternehmen die Bank einen Kredit vergeben hat.

Mikrokredite und Schenkgemeinschaften

Die Genossenschaftsbank ist eine der wenigen Banken in Deutschland, die Mikrokredite vergibt. Seit dem Jahr 2000 vergibt die Bank günstige Kredite an Kleinstunternehmen, sie hat sogenanntes Risikokapital zur Verfügung gestellt und in dieses Geschäft sind auch öffentliche Stellen sowie Privatinitiativen mit eingebunden. Gemeinnützigen Organisationen, die nicht selten bei „normalen“ Banken keinen Kredit bekommen, ermöglicht die GLS Bank Kredite, wenn große Projekte wie zum Beispiel Bauprojekte geplant sind. Der Kredit wird an Schenkgemeinschaften vergeben, eine Gruppe von bis 25 Menschen, von denen sich jeder dazu verpflichten muss, jeden Monat für die Dauer von maximal fünf Jahren eine Rate von maximal 50,- Euro für die Rückzahlung des Kredits zur Verfügung zu stellen.

Die Geschichte einer ungewöhnlichen Bank

Die Geschichte der GLS Bank beginnt im Jahre 1974. Damals entschlossen sich die vier Anthroposophen Wilhelm Ernst Barkhoff, Albert Fink, Gisela Reuther und Rolf Kerler, eine Bank zu gründen. Sie wollten ein Geldinstitut, das nur an den ökologischen und sozialen Grundsätzen arbeitet, ein Vorsatz, an dem sich die Bank bis heute orientiert. Als 2003 die Ökobank, die einst durch die bundesweiten Umweltbewegungen entstanden war, in Schwierigkeiten kam, wurde sie von der Genossenschaftsbank übernommen. Fünf Jahre später kam dann die IntegraBank aus München dazu. Durch diese Übernahme wuchs auch die Arbeit der GLS im christlichen und kirchlichen Bereich. Heute hat die Bank knapp 42.000 Mitglieder und Einlagen in Höhe von 3,6 Milliarden Euro.

Die Pläne für die Zukunft

Auch die ökologische Landwirtschaft liegt der Bank sehr am Herzen und in diesem Bereich gibt es umfangreiche Pläne für die kommenden Jahre. So sollen unter anderem die Saatgutforschung und der Tierschutz verstärkt gefördert werden und zu diesem Zweck wurde auch die Zukunftsstiftung Landwirtschaft gegründet. Die Stiftung unterstützt beispielsweise die Demonstrationen „Wir haben es satt“, die sich für eine Agrarwende und gegen Massentierhaltung einsetzt.

Bild: © Depositphotos.com / Daniilantiq


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.