Welche steuerlichen Pflichten bei Kapitalgewinnen gibt es?

Veröffentlicht: 25. Mai 2016 | 16:17 Uhr
Welche steuerlichen Pflichten bei Kapitalgewinnen gibt es?

Kapitalgewinne sind sogenannte Veräußerungsgewinne, die immer durch den Unterschied zwischen dem Preis für den Ankauf und dem Preis entstehen, der beim Verkauf erzielt wurde. Für die Gewinne aus Kapitalgewinnen gibt es seit dem 1. Januar 2009 die pauschale Abgeltungssteuer von 25 %, die jeder zusammen mit der Kirchensteuer und dem Solidaritätszuschlag zahlen muss, der sein Kapital angelegt und damit Gewinne erzielt hat. Aber wie sieht es zum Beispiel bei Lottogewinnen aus? Welche steuerlichen Pflichten kommen in diesem Fall auf die glücklichen Gewinner zu?

Steuerpflichten für Aktiengewinne

Seit die Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank greift, suchen viele Anleger nach neuen lukrativen Möglichkeiten, um mehr aus ihrem Geld zu machen. Immer beliebter wird das Geschäft mit Aktien und auch viele Kleinanleger wagen sich mittlerweile auf das glatte Parkett der Börse. Die meisten dieser Kapitalanleger wissen allerdings wenig über die steuerlichen Pflichten, die auf sie zukommen, wenn sie an der Börse Gewinne machen. Bei Kapitalgewinnen aus Aktiengeschäften gilt: Die Kursgewinne werden mit den Kursverlusten verrechnet. Wer mit einem Broker handelt, der seinen Sitz in Deutschland hat, der muss sich wenig Gedanken machen, denn die sogenannte Quellensteuer wird direkt einbehalten und an das zuständige Finanzamt abgeführt. Wer mit einem Broker im Ausland zusammenarbeitet, der ist für die Versteuerung seiner Gewinne selbst verantwortlich. In diesem Fall müssen die Gewinne, die erzielt werden, in der Anlage KAP der Einkommensteuererklärung angegeben werden.

Welche Steuerpflicht entsteht bei Lottogewinnen?

Jeder, der auf dem Lottoschein seine Kreuzchen macht, träumt vom ganz großen Gewinn und einem schönen Leben ohne die lästigen Geldsorgen. Steuern möchte man für den Gewinn nach Möglichkeit nicht zahlen, denn schließlich bekommt der Staat schon beim Ausfüllen des Lottoscheins sein Geld, die als Lotteriesteuer einbehalten werden. Wer dann tatsächlich Glück hat, der kann sich freuen, denn der eigentliche Gewinn wird nicht versteuert, wohl aber die Zinsen. Das heißt, wer einen Teil seines Lottogewinns, in welcher Form auch immer, gewinnbringend anlegt und damit Zinsen erwirtschaftet, der wird für diese Zinsen zur Kasse gebeten. Eine Ausnahme gibt es aber, denn wenn der Zinsgewinn nicht mehr als 801,- Euro (1602 Euro bei Eheleuten) im Jahr ausmacht, dann gilt der Sparer-Freibetrag und es werden keine Steuern fällig.

Wie sieht es bei Lebensversicherungen aus?

Eine Lebensversicherung gilt auch in Zeiten niedriger Zinsen nach wie vor als eine sehr sichere und daher auch beliebte Form der Kapitalanlage. Wenn die Lebensversicherung fällig wird, dann steht Vater Staat ebenfalls schon parat und möchte seine Steuern haben. Für die Lebensversicherung gilt: Die Kapitalerträge müssen in der Steuererklärung aufgeführt werden. Wenn der Versicherte die Lebensversicherung aber mindestens zwölf Jahre hatte und erst nach dem 60. Geburtstag auszahlen lässt, dann muss nur die Hälfte des individuellen Steuersatzes an das Finanzamt gezahlt werden. Wenn die Lebensversicherung fällig wird, dann berechnet die Versicherung die Differenz zwischen den eingezahlten Beträgen und dem Auszahlungsbetrag, und von diesem Betrag behält die Versicherung dann die 25 % der Kapitalerwerbssteuer ein.

Lohnt sich eine Wahlveranlagung?

Eine Wahlveranlagung kann sich lohnen, zum Beispiel dann, wenn die Bank die Abgeltungssteuer einbehält, weil der Anleger keinen ausreichenden oder gar keinen Freistellungsantrag gestellt hat. Der Anleger kann sich das Geld dann über die Steuererklärung wieder zurückholen. Wer besonders fleißig gespendet hat, der sollte sich ebenfalls für die Wahlveranlagung entscheiden, denn die Finanzämter akzeptieren pro Jahr Spenden als Sonderausgaben bis zu einer Höhe von 20 % der Einkünfte. Auch dann, wenn die Bank bei der Übertragung des Kapitals im Rahmen einer Schenkung die Abgeltungssteuer einbehalten hat, dann sollte die Wahlveranlagung genutzt werden, um sich die Steuern erstatten zu lassen.

Bild: © Depositphotos.com / pejo

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.

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