Hedgefonds – ein riskantes Investment » Finanzen Heute

Hedgefonds – ein riskantes Investment

Jeder, der schon einmal auf der Suche nach einer neuen Geldanlage war, der wird auch über den Begriff Hedgefonds gestolpert sein. Diese besondere Form der Kapitalanlage steht für sehr hohe Gewinne, aber auch für ein ebenso hohes Risiko. Wer sein Geld einem der vielen Hedgefonds-Manager anvertraut, der investiert in hochgefährliche Derivate mit extrem hohen Hebeln und muss immer damit rechnen, dass diese Investments einen Totalschaden erleben. Wird das Geld allerdings solide und mit Bedacht angelegt, dann kann man mit Hedgefonds viel Geld machen.

Nichts für private Anleger

Wer noch nie mit spekulativen Geldanlagen gehandelt hat, der sollte die Finger von diesem Investment lassen. Selbst für erfahre Kleinanleger kann es sehr gefährlich werden, wenn sie an einen Hedgefonds-Manager geraten, der zum Beispiel in Leerverkäufe investiert, oder auf stark fallende oder steigende Kurse setzt. Eigentlich bedeutet der Name Hedgefonds Absicherungsfonds, da sie ursprünglich als eine Absicherung gegen unterschiedliche Risiken ins Leben gerufen wurden, da jedoch die Gefahren durch Verluste besonders in der heutigen Zeit enorm gestiegen sind, erfüllen Hedgefonds in der heutigen Zeit kaum noch ihren Zweck.

Was genau sind Hedgefonds?

Es sind die großen Investoren wie Versicherungen und Banken, für die Hedgefonds aufgelegt werden, und diese Investoren lassen ihr Kapital von Fondsmanagern so gewinnbringend wie möglich anlegen. Diese Manager sind vielfach selbst an den Fonds ihrer Kunden beteiligt und sie haften auch persönlich dafür. Um für ihre Kunden eine maximale Rendite zu erzielen, werden Hedgefonds mit ganz unterschiedlichen Strategien gehandelt. Besonders beliebt sind die Fundamentalanalyse und die Technische Analyse, die sich besonders bewährt haben. Gute Fondsmanager lassen sich jedoch nur sehr ungern in die Karten schauen, sie genießen aber eine sehr große Freiheit, wie sie das Geld ihrer Kunden anlegen.

Eine große Spardose

Im Grunde sind Hedgefonds nichts anderes als große Spardosen, in die Investoren ihr Geld stecken. Der Manager kauft dann von diesem Geld Wertpapiere und Aktien, steigt deren Kurs, dann können sich die Anleger freuen, sinkt der Kurs allerdings, dann kann das im schlimmsten Fall den finanziellen Ruin bedeuten. Die Fondsmanager haben es da schon besser, denn sie bekommen neben vier Prozent Gebühren für die Verwaltung der Fonds noch eine Beteiligung am Gewinn von 20 %.

In den USA sehr beliebt

In den USA läuft das Geschäft mit den riskanten Fonds seit einigen Jahren schon sehr gut, die Anleger in Deutschland sind allerdings noch skeptisch. Zwar ist der Handel mit diesen Fonds für private Anleger seit 2004 auch in Deutschland erlaubt, allerdings nur in Form von sogenannten „Dach-Hedgefonds“. In den USA ist es ein bestimmter Kreis von sehr vermögenden Anlegern, die in Hedgefonds investieren, aber im Unterschied zu Deutschland handelt es sich bei diesen Investoren um Privatleute und seltener um Großinvestoren wie Banken oder Versicherungen.

Schuld an der Krise?

Als 2008 die internationale Finanzkrise begann, wurde nach Schuldigen gesucht und die riskanten Fonds gerieten sehr schnell ins Visier. Vor allem die großen Banken schoben den Fondsmanagern den schwarzen Peter zu und machten sie für die Krise mitverantwortlich. Es waren die Manager, die mit Millionen gezockt haben und letztendlich verloren haben. Die Ironie an dieser Geschichte ist aber, dass die Banken diejenigen waren, die auf ein besonders hohes Risiko gesetzt haben. Damit haben sie eine genauso große Schuld an der weltweiten Finanzkrise wie die Fondsmanager, die im Auftrag der großen Banken gehandelt haben. Wie heute bekannt ist, haben viele der Fondsmanager Aktien geliehen, sie dann verkauft und damit den Kurs nach unten gedrückt. Ihren Kunden haben sie im Vorfeld dieser Aktionen geraten, auf das Fallen der Aktien zu setzen, was dann auch eingetreten ist. Diese Aktionen sind der Grund, warum Hedgefonds bis heute einen denkbar schlechten Ruf haben.

Bild: © Depositphotos.com / ventanamedia

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.