Familie Rothschild – diskret, verschwiegen und unendlich reich » Finanzen Heute

Ihr Vermögen liegt irgendwo im dreistelligen Milliardenbereich, sie gehören zu den reichsten Familien dieser Welt, aber sie lassen niemanden hinter die Kulissen schauen – die Familie Rothschild. Die weitverzweigte Familie kann auf eine lange und spannende Geschichte zurückblicken, die im 16. Jahrhundert beginnt und bis in die heutige Zeit hineinreicht. Der eigentliche Aufstieg der Familie Rothschild beginnt aber im 19. Jahrhundert, denn zu dieser Zeit steigen die Rothschilds zu den wichtigsten und einflussreichsten Finanziers in Europa auf.

Die Anfänge der Familie Rothschild

Die Geschichte der Familie Rothschild beginnt im 16. Jahrhundert im Frankfurter Ghetto in der Judengasse. Die Häuser in dieser Gasse hatten keine Hausnummern, sondern nur Schilder in verschiedenen Farben. Die Familie Rothschild wohnte in einem Haus mit einem roten Schild, daraus wurde dann im 17. Jahrhundert der Name Rothschild. Amschel Moses Rothschild hatte ein kleines Geschäft und betrieb zudem eine Geldwechselstube, sie wurde der Grundstock für die spätere Bankiersfamilie. Amschels Sohn, Mayer Amschel, sollte nach dem Willen des Vaters eigentlich Rabbiner werden, er aber war an Geldgeschäften interessiert und machte sich 1764 als Münzhändler selbstständig. Das Geschäft entwickelte sich gut und als Mayer Amschel 1789 mit dem Landgrafen von Hessen-Kassel ein Wechseldiskontgeschäft abschließen konnte, stand seinem Aufstieg als Bankier nichts mehr im Wege.

Die Rothschilds in Europa

Mayer Amschel Rothschild hatte 20 Kinder, von denen allerdings nur fünf Töchter und die fünf Söhne Nathan, Salomon, Jakob, Kalman und Amschel überlebten. Diese fünf Söhne bekamen vom Vater den Auftrag, in den damals fünf finanzstrategisch wichtigen Städten in Europa eine Bank oder ein Geschäft zu gründen. Besonders erfolgreich war Nathan Mayer Rothschild, der nach London geschickt wurde und dem es durch den Ankauf und späteren Verkauf von günstigen britischen Staatsanleihen gelang, einen Gewinn zu machen, der heute einem Wert von 600 Millionen britischen Pfund entsprechen würde. In nur wenigen Jahren wurden die fünf Rothschild Brüder die führenden Bankiers in Europa, indem sie Staaten und Unternehmen ebenso wie Kriege, den Bau von Eisenbahnen und große berühmte Bauwerke wie zum Beispiel den Suezkanal finanzierten.

Geschickte Heiratspolitik

Die Familie Rothschild hat es im Laufe der Jahrhunderte stets verstanden, ihr Vermögen klug zu investieren, es war aber auch die Heiratspolitik, die viel zum enormen Reichtum beigetragen hat. Die Familie heiratete gerne in den eigenen Reihen und so wurden von 21 Ehen 15 Ehen innerhalb der Familie zwischen Cousins und Cousinen geschlossen. Auf diese Weise wurde sichergestellt, dass die Mitgift in der Familie blieb, dass der jüdische Glaube gesichert wurde und kein Außenstehender die Geschäfte der Rothschilds behindern oder negativ beeinflussen konnte.

Schlösser und Weinberge

Ihr Geld hat die Familie Rothschild weit verzweigt und in sehr unterschiedlicher Form gut angelegt. So haben die Weingüter der Rothschilds bis heute einen international sehr guten Ruf. Den Grundstock für das Geschäft mit guten Weinen legte Nathaniel de Rothschild, ein Sohn Nathans, als er das wunderschöne Château Brane-Mouton erwarb. Weltberühmt sind auch das Château Clarke, das Château Lafite-Rothschild und das Château Malmaison. In den Weinbergen der Familie wachsen die Trauben für Spitzenweine und alleine im familieneigenen englischen Besitz Waddesdon Manor lagern heute noch im 15.000 Flaschen kostbare Weine. In ganz Europa finden sich außerdem immer noch prachtvolle Schlösser und Herrenhäuser, die der Bankiersfamilie gehören, denn stilvoll zu wohnen, war der Familie schon immer sehr wichtig. James de Rothschild war im 19. Jahrhundert einer der reichsten Männer Frankreichs und ließ das Schloss Ferrières erbauen, Nathaniel de Rothschild ließ das Schloss Rothschild in Niederösterreich errichten und auch in Waidhofen, in Ybbs und in Paris gibt es heute wunderschöne Häuser und Schlösser, die den Namen Rothschild tragen. Eingerichtet sind die Schlösser übrigens im Goût Rothschild, einem familieneigenen Kunststil.


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Familie Rothschild – diskret, verschwiegen und unendlich reich
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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.