Platin als Geldanlage – das etwas andere Edelmetall » Finanzen Heute

Platin als Geldanlage – das etwas andere Edelmetall

Edelmetalle haben sich in den letzten Jahren als eine sehr dynamische Geldanlage entwickelt. Die meisten Anleger setzten dabei auf einen echten Klassiker, nämlich auf Gold. Auch Silber ist in Zeiten niedriger Zinsen als Anlage wieder im Trend, aber ein Edelmetall läuft allen anderen den Rang ab und das ist Platin. Gold befindet sich zu gut 90 % in einem geschlossenen Kreislauf und der Preis für Gold hat immer einen psychologischen Hintergrund. Platin als Geldanlage verhält sich ganz anders, denn Platin spielt in der Industrie eine wichtige Rolle und hier wird der Preis von der Nachfrage bestimmt.

Das kostbarste Metall der Welt

Das Wort Platin ist spanischen Ursprungs und eine Verniedlichung des Wortes Silber. Das Metall galt lange Zeit als das teuerste und wertvollste Metall der Welt. Das ist eine erstaunliche Entwicklung, wenn man bedenkt, dass Platin im 17. Jahrhundert als Abfall galt. Die Geschichte des Edelmetalls reicht aber bis ins alte Ägypten zurück, denn in den Gräbern der Pharaonen wurden Grabbeigaben aus Platin gefunden. Als die Spanier sich aufmachten, um Südamerika zu kolonialisieren, richteten sie ihren Fokus auf Gold, dem Platin, das bei der Goldsuche gefunden wurde, schenkten sie keine Beachtung. Da beide Metalle das gleiche Gewicht haben, wurde Platin auch gerne dazu benutzt, um Gold zu „verlängern“. Das führte dazu, dass der spanische König befahl, die kompletten Platinfunde im Meer zu versenken, um so gefälschtes Gold zu vermeiden.

Wo kommt Platin vor?

Reines Platin ist selten zu finden und wenn überhaupt, dann nur in Südafrika. Bis heute fällt es bei der Gold- oder Kupfergewinnung als Nebenprodukt an, allein im Jahre 2011 wurden in Südafrika 139 Tonnen des Edelmetalls gefördert, Russland brachte es auf immerhin 26 Tonnen und Kanada auf zehn Tonnen. Diese drei Länder fördern 92 % des gesamten Platinvorkommens dieser Welt, gefunden wurde reines Platin aber bereits an 380 Orten weltweit.

Platin als Geldanlage

Wie beim Gold, so gibt es auch beim Platin für die Anleger verschiedene Möglichkeiten. So kann Platin als Geldanlage in Differenzkontrakten, den sogenannten CFDs angelegt werden, auch eine Anlage in Zertifikaten ist möglich. Eine beliebte Form wenn es um Platin als Geldanlage geht, sind Münzen wie der Maple Leaf Platinum aus Kanada oder der American Eagle Platinum aus den USA. Eher selten wird Platin in Barren angeboten, wer sich für diese Form der Kapitalanlage interessiert, für den ist die Degussa der richtige Ansprechpartner. Der Handel mit Platin erfolgt in US-Dollar und die Kurse verhalten sich proportional zueinander. Das heißt, wenn der Kurs des Dollars fällt, dann steigt der Kurs für Platin, steigt der Dollar aber, dann fällt der Wert des Metalls. Wer sich für Platin als Geldanlage interessiert, der sollte immer den Kurs des Dollars im Blickfeld haben.

Lohnt es sich, in Platin anzulegen?

Während Gold einen relativ stabilen Kurs hat, ist das silbern glänzende Edelmetall deutlichen Schwankungen unterworfen. Wer auf Platin als Geldanlage setzt, der muss mit Kurseinbrüchen, ebenso wie mit Höhenflügen rechnen. So hat Platin sehr empfindlich auf die Finanzkrise 2008 reagiert, denn vor der Lehmann Pleite stand der Kurs bei 2309 Dollar für die Feinunze, nach dem internationalen Finanzbeben jedoch nur noch bei 762,- Dollar pro Unze. Zertifikate bieten eine sichere Form, um mit Platin zu handeln, denn sie spiegeln am besten den Kurs des Edelmetalls wider und es muss, anders als bei Platinmünzen, auch kein Schließfach gemietet werden. Wem Zertifikate zu langweilig sind, der sollte es mit CFDs versuchen, um mit dem Edelmetall spekulativ zu handeln. Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass bei der Geldanlage Platin die Nachfrage den Preis bestimmt. Wer also hier anlegen will, der sollte sich bei der Geldanlage Platin für eine kurzfristige Anlage entscheiden.

Bild: © Depositphotos.com / timbrk

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.