Das Konto für Jedermann ist endlich da

Das Konto für Jedermann ist endlich da

Autokauf Von Privat an Privat, Hausverkauf Von Privat an Privat, Häuser Von Privat an Privat, Wohnmobile Von Privat an Privat, Kaum jemand kann sich vorstellen, ohne ein Girokonto zu leben, aber viele Menschen müssen ohne das praktische Konto auskommen. Sie werden von den Banken als Kunden abgelehnt, weil sie vielleicht keinen festen Wohnsitz haben oder weil ihr Einkommen zu gering ist. Zwar wurden die Banken immer wieder aufgefordert, jedem ein Konto anzubieten, aber nur wenige Banken haben sich an den Appell der Politik gehalten. Jetzt hat die Regierung Fakten geschaffen, denn seit dem 19. Juni 2016 sind die Banken gesetzlich verpflichtet, ein Konto für Jedermann anzubieten.

Das unabhängige Konto für Jedermann

Das Konto für Jedermann gibt es seit 1995, aber die Banken konnten selbst entscheiden, wem sie ein Konto anbieten und wem nicht. So hatten Obdachlose und auch Asylsuchende, die nur mit einer sogenannten Duldung in Deutschland leben, kaum eine Chance, ein Konto zu bekommen. Das sieht jetzt anders aus, denn die Banken müssen auch diesen Kunden ein Konto für Jedermann anbieten, unabhängig davon, welche Nationalität oder Staatsbürgerschaft die Kunden haben. Das Konto für Jedermann macht es möglich, dass auch Flüchtlinge, die keine gültigen Papiere haben, ein Konto eröffnen können, allerdings werden diese Konten nur auf Guthabenbasis geführt.

Kein Kredit und keine Überziehung

Noch im vorigen Jahr waren in Deutschland schätzungsweise 670.000 Menschen ohne Girokonto, dann kam die Flüchtlingswelle und damit mehr als eine Million Menschen. Mit den Flüchtlingen stieg auch die Zahl derer, die kein Konto bekamen und das zwang die Politik zum Handeln. Im März 2016 verabschiedete der Bundesrat ein Gesetz, das jetzt allen hilft, die bislang als Kunden bei den Banken nicht gerne gesehen waren. Das Konto für Jedermann wird auf Guthabenbasis geführt, das heißt, der Kontoinhaber kann weder das Konto überziehen, er bekommt keinen Kredit und auch keine Kreditkarte. Überweisungen sind von diesem Konto jederzeit möglich, was vor allem für die Flüchtlinge praktisch ist, denn sie können zum Beispiel Geld in die Heimat überweisen.

Voraussetzungen für das Basiskonto

Mit dem Konto für Jedermann hat die Bundesregierung eine Richtlinie der EU umgesetzt und damit alle Banken und Sparkassen gezwungen, ein sogenanntes Basiskonto anzubieten. Aber es gibt eine Einschränkung, denn für Asylsuchende gilt, sie müssen nachweisen, dass sie sich legal in der EU aufhalten, was allerdings für diejenigen schwierig werden kann, die keine Papiere mehr haben. Ist das der Fall, dann kann die Bank das Konto für Jedermann verweigern. Auch die Banken müssen einige Voraussetzungen erfüllen. So müssen die Banken ihre Kontogebühren offenlegen, damit jeder auch ohne Kenntnisse des deutschen Bankenwesens die Angebote miteinander vergleichen kann.

Nicht alle sind begeistert

Bei den Banken stößt das Basiskonto für Jedermann auf wenig Begeisterung. Sie berufen sich unter anderem auf die international gültigen Gesetze zum Schutz vor Geldwäsche, denn wenn sich die Kontoinhaber nicht eindeutig ausweisen können, dann besteht immer die Gefahr, dass das Konto zur Geldwäsche genutzt wird. Die Banken und Sparkassen wollen mehr Zeit für die Umsetzung des Basiskontos und möchten, dass das Gesetz erst Mitte September 2016 in Kraft tritt. Zudem wollen die Geldinstitute einen Katalog, in dem die Gründe für die Ablehnung und die Kündigung eines Kontos klar definiert werden.

Wird das Gesetz umgesetzt?

Die Zahlungsrichtlinien sind ab dem 18. September 2016 in den EU-Staaten bindend, die deutschen Regelungen zum Basiskonto sind aber seit dem 19. Juni in Kraft. Die Sparkassen bieten pünktlich zum Stichtag das Basiskonto und betonen, dass sich für sie wenig ändern wird, denn die neuen Regeln entsprächen zum großen Teil denen der Selbstverpflichtung. Bislang haben rund 250.000 Asylsuchende ein Girokonto bei einer der Sparkassenfilialen in ganz Deutschland ohne Probleme eröffnen können. Ob sich die großen Banken allerdings an die Neuregelungen halten, ist fraglich, denn nicht alle wollen das Gesetz auch umsetzen.

Bild: © Depositphotos.com / keport


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.