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Das Schuldenchaos der Unister

Jeden Tag bis 23:00 Uhr im Büro, ein millionenschweres Unternehmen unter sich und das bei gerade einmal 5000 € brutto im Monat. Seine Freundin leitet eines der Callcenter und kannte ihn als engagiert und voller Leidenschaft: Heute ist bekannt, dass Unister-Gründer Thomas Wagener, der vergangene Woche bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, ein Unternehmen führte, das augenscheinlich mehrere Millionen Schulden hat.

Thomas Wagner – Opfer seines eigenen Wirtschaftskrimis?

Das Tragische an seinem Schicksal: Thomas Wagener starb beim Versuch, seine Firma zu retten. Er ist mit einem Flugzeug und dem Ziel nach Venedig gereist, neues Geld zu besorgen und wollte sich dort mit einem Kreditgeber treffen. Doch als er mit der Maschine abstürzte, waren kein hoffnungsvoller Kredit, sondern 12 Millionen Franken als Schwarzgeld in seinen Koffern.

Was sich mittlerweile als echter Wirtschaftskrimi erweist, ist die harte Realität und das Schicksal eines erfolgreichen Unternehmens, wie es auf den ersten Blick schien. Vor Ort in Venedig traf sich Wagener mit einem Ex-Bankdirektor, der mit seinem PKW von Venedig nach Deutschland fuhr und derzeit abgetaucht ist. Er soll der Kontaktmann gewesen sein, der zwischen Thomas Wagner und dem Diamantenhändler Levi Vass vermittelte.

Unisters versteckte Schulden

Heute steht fest: Vermutlich ist Thomas Wagner auf einen Hochstapler hereingefallen, denn den vermeintlichen Levi Vass gibt es gar nicht. Dabei ist der verstorbene Unternehmensführer eigentlich für sein Misstrauen bekannt. Der überstürzte Flug und die Koffer voller Geld machen immer deutlicher, dass die Reise eine Verzweiflungstat war, denn Unister bemühte sich schon seit Langem seine gesamte Reisesparte zu veräußern.

Es fanden sich jedoch keine Investoren und Geldgeber mehr, sodass jetzt mit dem Tod des Gründers Insolvenz angemeldet werden muss. Mittlerweile stellte der Insolvenzverwalter Lucas Flöther fest, dass es nicht das erste Mal ist, dass Unister auf einen Kredithai hereingefallen ist. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt hofft der Insolvenzverwalter, aus den jetzigen Papieren 100 Millionen € zu erlösen, um die Schuldenmisere zu lösen. Die Zukunft der Angestellten, des Unternehmens und der eigentliche Grund für die Vorkommnisse in Venedig bleiben immer noch im Unklaren.

Bild: © Depositphotos.com / shalamov


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Über den Autor Juliane Werner

Juliane Werner ist 33 Jahre alt und immer auf der Suche nach effektiven Möglichkeiten, Ihr privates Budget optimal zu verwalten. Dabei spielt für Sie eine durchdachte Investition und Vorsorge eine ausschlaggebende Rolle.