Gefälschte Markenprodukte können den Urlaub teuer machen » Finanzen Heute

Gefälschte Markenprodukte können den Urlaub teuer machen

Die Sommerferien gehen langsam, aber sicher zu Ende und viele Familien kommt gut erholt nach Hause zurück. Im Gepäck haben sie nicht selten kleine Mitbringsel aus dem Urlaubsort und für diese Andenken interessiert sich der Zoll immer dann ganz besonders, wenn es um gefälschte Markenprodukte geht. Handtaschen, Parfüm, Armbanduhren, Sonnenbrillen oder Polohemden gehören zu den beliebtesten „Souvenirs“, wenn es um gefälschte Markenprodukte geht, denn diese werden vor allem in der Türkei und in Thailand zu Spottpreisen angeboten. Aber wie viele dieser Fakes dürfen aus den Ferien mitgebracht werden und ab welcher Summe schlägt der Zoll zu?

Gefälschte Markenprodukte sind grundsätzlich erlaubt

Mit fast leeren Koffern in die Ferien, mit prall gefüllten Koffern wieder nach Hause, viele Urlauber können den Verlockungen im Urlaubsland einfach nicht widerstehen und kaufen fleißig gefälschte Markenprodukte ein. Gegen die gefälschte Louis Vuitton Tasche oder die nachgemachte Sonnenbrille von Ray Ban ist grundsätzlich nichts einzuwenden, denn ein bisschen Imitat von bekannten Designern ist für den privaten Gebrauch erlaubt. Die Plagiate sollten allerdings einen Wert von 430,- Euro pro Person nicht überschreiten, auch dann nicht, wenn es sich um Reiseandenken aus einem nicht-europäischen Land handelt.

Nur für den eigenen Bedarf

Wer eine gefälschte Rolex-Uhr aus den Ferien mitbringt, der muss sich beim Zoll keine Sorgen machen, denn eine Uhr am Handgelenk ist für den privaten Gebrauch bestimmt. Anders sieht es mit zehn gefakten Luxusuhren aus, denn dann entsteht schnell der Verdacht, dass mit den Uhren gehandelt werden soll. Das Gleiche gilt auch für zehn Polohemden oder vermeintliche Designerschuhe in unterschiedlichen Größen, denn auch hier müssen die Zollbeamten am Flughafen davon ausgehen, dass zu Hause damit gehandelt wird. Das Einführen von Koffern voll mit gefälschten Markenprodukten ist illegal und kann richtig teuer werden, wenn der Schmuggel entdeckt wird.

Auto oder Flugzeug?

Wie teuer gefälschte Markenprodukte sein dürfen, die nach Deutschland eingeführt werden, das richtet sich auch danach, ob die Urlauber mit dem Flugzeug oder mit dem Auto über die Grenze kommen. Zusammen dürfen die Plagiate nicht mehr als 430,- Euro kosten und als Richtwert gilt der Preis, der am Urlaubsort bezahlt wurde und nicht der Preis, den das Original zu Hause kostet. Diese zollfreie Menge gilt aber nur für diejenigen, die mit dem Flugzeug oder mit einem Kreuzfahrtschiff nach Hause kommen. Wird die Heimreise mit dem Auto oder mit der Bahn angetreten, dann liegt das Limit der mitgebrachten Kopien nur bei 300,- Euro pro Person. Kinder, die noch keine 13 Jahre alt sind, dürfen gefälschte Markenprodukte im Wert von 175,- Euro mit nach Hause bringen.

Hohe Steuern drohen

Jeder Reisende, der durch den grünen Ausgang des Flughafens geht, gibt auch automatisch eine Steuererklärung ab, denn wenn die Freimenge überschritten wird, dann kommt es zu einer Steuerhinterziehung. Wenn keine Kaufbelege beim Zoll vorgelegt werden können, dann werden die Kopien einfach von den Zollbeamten geschätzt und das kann je nach Umfang der geschmuggelten Ware richtig teuer werden. Alle, die nach Abzug des Freibetrags mit einem Einkauf bis zu 700,- Euro vom Zoll erwischt werden, müssen eine pauschale Steuer von 17,5 % bezahlen und das gilt nicht nur für gefälschte Markenprodukte, sondern auch für echte Designerstücke. Das Notebook von Apple, das während eines Urlaubs in den USA günstig eingekauft wurde, oder die Rolex aus der Schweiz, die nicht deklariert wurde, gelten als Steuerhinterziehung und wenn die Grenze von 700,- Euro überschritten wurde (was bei Luxusgütern schnell der Fall ist) dann kassiert der Staat sogar 19 % an Einfuhrumsatzsteuer. Für die Bluse von Chanel werden 14 % fällig, für Schmuck von Chopard 2,5 % und wer beim Schmuggeln eines teuren Golfschlägers erwischt wird, der muss 2,7 % bezahlen.

Bild: © Depositphotos.com / lucidwaters

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.