Immobilien in der Provinz werden immer teurer » Finanzen Heute

Immobilien in der Provinz werden immer teurer

In den vergangenen Jahren sind die Preise für Immobilien in den großen Städten und den sogenannten Speckgürteln immer weiter angestiegen, jetzt gehen die Nachfragen nach Häusern und Wohnungen in der Großstadt mehr und mehr zurück. Das heißt aber nicht, dass kein Interesse mehr an diesen Immobilien besteht, der Markt ist nur gewandert, denn heute sind Immobilien in der Provinz gefragter denn je. Es sind die dünn besiedelten Regionen, die jetzt einen wahren Hype erleben und wer Immobilien in der Provinz zu verkaufen hat, der kann richtig gutes Geld verdienen.

Die Preise steigen

Eichstätt, Erding, Altötting oder Nordheim – in diesen Städten boomt der Immobilienmarkt. Aber nicht nur dort sind Immobilien aller Art gefragt, auch Helmstedt, Eichsfeld und Landsberg am Lech können sich nicht über mangelndes Interesse an Kaufwilligen beklagen. Ein Beispiel, wie gefragt die Immobilien in der Provinz sind, ist Frankfurt an der Oder, denn dort sind die Preise für Immobilien in nur einem Jahr um satte 37 % gestiegen. Auch im bayrischen Eichstätt fühlen sich diejenigen, die in Immobilien anlegen wollen, sehr wohl, denn in dem 14.000 Einwohner zählenden Städtchen stiegen die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen in zwölf Monaten um 25 % an. Im Vergleich dazu stieg die Nachfrage im gleichen Zeitraum in Köln nur um acht Prozent, im benachbarten Düsseldorf waren es sogar nur zwei Prozent.

Was macht die Immobilien in der Provinz so besonders?

Immobilien in der Provinz erfreuen sich nicht nur einer stetig steigenden Nachfrage, weil sie vielleicht landschaftlich so schön gelegen sind, es gibt auch statistische Effekte. Viele der kleinen Städte liegen im Einzugsbereich der großen Metropolen und stehen deshalb im Fokus. Viele Immobilienkäufer haben einfach nicht das Geld, um in den großen Städten zu leben, sie weichen daher in die Umgebung aus und pendeln zwischen Arbeitsplatz und Zuhause. Wer zum Beispiel in den Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg zieht, der zahlt nur 873,- Euro für den Quadratmeter, im München müssen knapp 6000 Euro bezahlt werden.

Lohnt sich das Anlageprodukt?

Immobilien in der Provinz haben für den Anleger sowohl Vorteile als auch Nachteile, und wer sich für eine Immobilie in einer dünn besiedelten Region entscheidet, der sollte Vor- und Nachteile sehr genau gegeneinander abwägen. Gibt es Mieter für das Haus und wenn ja, wie sehen die ortsüblichen Mieten aus? Auch wenn Immobilien in der Provinz günstig sind, die Geldanlage sollte auch rentabel sein. Wer auf das falsche Objekt setzt, der kann viel Geld verlieren und bleibt letztendlich auf einer Immobilie sitzen, die keiner haben will. Kapitalanleger sollten beim Kauf einer Immobilie nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Größe achten. Ideal sind Eigentumswohnungen, die zwischen 60 und 80 Quadratmeter groß sind, bei Häusern sollten es nicht mehr als 150 Quadratmeter sein. In dieser Größenordnung sind die Preise durchaus bezahlbar und es werden sich mit Sicherheit auch Mieter für die Häuser und Wohnungen finden lassen.

Was sollten Käufer beachten?

Alle, die ein Haus in der Provinz kaufen, um selbst dort zu leben, sollten sich darüber im Klaren sein, dass eine nicht so dicht besiedelte Region ihre Vorteile hat, aber es gibt leider auch Nachteile. Wie weit ist der Weg zum nächsten Geschäft oder zum Arzt? Gibt es einen Nahverkehr oder muss man zwingend ein Auto haben? Wie sieht es mit Schulen und Kindergärten aus? Gibt es eine ausreichende Auswahl an weiterführenden Schulen und werden genug Lehrstellen angeboten? Diese Fragen sind von Interesse, wenn es um das Leben in einer kleinen Stadt geht. Wer jedoch auf der Suche nach einen Altersruhesitz ist, der sollte sich in der Provinz umschauen, denn dort gibt es viele geeignete Immobilien, die noch preiswert angeboten werden.

Bild: © Depositphotos.com / pxhidalgo

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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.