Trump interessiert die Wall Street nur wenig

Veröffentlicht: 7. September 2016 | 18:18 Uhr
Trump interessiert die Wall Street nur wenig

In den letzten Wochen hatten verschiedene Ökonomen vor einem Sieg Donald Trumps bei der US-Präsidentenwahl gewarnt. Dagegen scheinen sich die US-Aktienmärkte diesbezüglich nur wenig Sorgen zu machen. Offensichtlich trauen die Anleger dem Kandidaten der Republikaner den Sieg nicht zu.

Kaum Nervosität bei den Anlegern

Kaum ein Tag, in denen Donald Trump nicht mit einer Schlagzeile in den Medien ist. Bisher zeigt sich die Wall Street von diesem Rummel jedoch weitgehend unbeeindruckt. Dabei warnen Expert bereits seit längerem vor den wirtschaftlichen Folgen von Trumps Plänen bezüglich Handel, Steuern oder Außenpolitik. Für Anleger steht bei der US-Präsidentschaftswahl einiges auf dem Spiel. So unterschiedlich wie in diesem Jahr waren die Programme der Konkurrenten schon lange nicht mehr. Entsprechend stark sind deshalb auch die Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Nervosität scheint bei den Börsianern zumindest derzeit noch keine zu herrschen. Die US-Leitbörsen Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq erreichten erstmals seit 1999 wieder ein Rekordhoch.

Volkswirte warnen vor Trump Wahl

Martin Moryson, Chefökonom von Sal hat jüngst eindringlich auf die Folgen eines Wahlsiegs von Trump hingewiesen. Hierzu gehört seiner Meinung nach eine weniger offene US-Wirtschaft mit geringerer Beschäftigung und höheren Arbeitslosenzahlen. Offensichtlich sieht auch die US-Notenbank Federal Reserve gewisse gefahren und sieht derzeit noch von einer Erhöhung des Leitzinses ab.

Frag sich nur, warum die Anleger nach wie vor relativ sorglos agieren. Offensichtlich trauen sie Trump den Wahlsieg schlichtweg nicht zu. An der Entwicklung des S&P 500 lässt sich eine überwältigende Wahrscheinlichkeit für einen Triumph von Hillary Clinton ablesen. Erwarten Anleger, dass eine andere Partei die Macht übernimmt zeigt sich dies zumeist durch einen Anstieg bei den Verkäufen. Hiervon ist aktuell jedoch kaum etwas zu spüren. Offensichtlich haben die Märkte bereits entschieden, dass Clinton die Wahl relativ deutlich gewinnt.

Kein klarer Favorit

Die letzten Umfragen zeigen was den möglichen Wahlausgang betrifft kein klares Bild. Clinton liegt in den Umfragen zwar vorne, hat jedoch einiges von ihrem Vorsprung wieder eingebüßt. Was die Beliebtheit betrifft sind ihre Werte mittlerweile kaum noch besser als die von Trump. Es besteht somit die große Gefahr, dass einige Anleger kalt erwischt werden, falls am Ende Trump ins Weiße Haus einzieht.

Bild: © Depositphotos.com / sgtphoto

Das könnte Sie auch interessieren:

Ohoven: Bürger und Unternehmer jetzt entlasten! Berlin (ots) - Zu den Ergebnissen des Arbeitskreises Steuerschätzung erklärt Mittelstandspräsident Mario Ohoven: "Die Entlastung der Leistungsträger in der Wirtschaft ist längst überfällig. Dennoch werden bei weiter kräftig sprudelnden Einnahmen des Staates gerade der Mittelstand und die dort Beschäftigten immer stärker in die Pflicht genommen. Die historisch hohen Steuermehreinnahmen von 60 Milliarden Euro bis 2022 sind allein das Geld der Steuerzahler, die diese Summen hart erarbeitet haben. Als Sofortmaßnahme muss der Solidaritätszuschlag 28 Jahre nach der Einheit endlich komplett abgeschaf...
Postbank Digitalstudie 2018: Jeder fünfte Deutsche nutzt Mobile Payment … Bonn (ots) - Die Bedeutung von Mobile Payment nimmt vergleichsweise langsam, aber stetig zu. Aktuell nutzen 20 Prozent der Deutschen laut der repräsentativen Postbank Digitalstudie 2018 bereits mobile oder kontaktlose Bezahlmethoden. Damit hat sich die Nutzung im Vergleich zu 2016 verdoppelt. In der Altersgruppe 18 bis 34 Jahre zahlt mit 28 Prozent sogar mehr als jeder Vierte zumindest gelegentlich kontaktlos per Smartphone oder Karte. Demnächst ausprobieren wollen altersübergreifend 19 Prozent der Bundesbürger die neuen Bezahlmöglichkeiten. Jeder Dritte kann sich sogar vorstellen, eine Überwe...
Auswertung von Lohnsteuer-kompakt.de: Finanzämter bundesweit langsamer … Berlin (ots) - Finanzämter brauchen mehr Zeit, um eine Steuererklärung zu bearbeiten als im Vorjahr. Der bundesweite Schnitt liegt bei 55,4 Tagen und ist somit 2,4 Tage schlechter als im Vorjahr. Das geht aus einer Datenerhebung der Online-Steuererklärung Lohnsteuer-kompakt.de hervor, in der 300.000 abgegebene Steuererklärungen anonymisiert ausgewertet wurden. Die jeweils aktuelle Bearbeitungszeit ihres Finanzamtes finden Steuerpflichtige unter www.lohnsteuer-kompakt.de/finanzaemter. "Es kann nicht sein, dass immer mehr Steuerzahler ihre Steuererklärung elektronisch abgeben und so die Finanzäm...

Über den Autor Hanspeter Volk

Hanspeter Volk ist 47 Jahre alt, verheiratet und lebt in Berlin. Der Fachjournalist für Finanzen schreibt Artikel für verschiedene Online-Portale. Bei finanzen-heute.com informiere ich regelmäßig über Neuerungen in der Finanzbranche.