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Geld-zurück-Versicherung mischt die Branche auf

Auto, Haftpflicht, Unfall oder Hausrat, die deutschen Verbraucher haben für fast alle Lebensbereiche eine private Versicherung abgeschlossen. Hierfür zahlt der Durchschnittsbürger stolze 2.100 Euro an Prämien im Jahr. Dabei nehmen nur die wenigsten ihre Police auch tatsächlich in Anspruch. Hier kommt nun das Portal Friendsurance ins Spiel. Versicherungsnehmer, die schadenfrei bleiben, erhalten bis zu 40 Prozent der Beiträge zurück. Ein Wechsel der Versicherung ist dabei nicht erforderlich.

Einfaches Konzept ermöglicht hohe Rabatte

Das Konzept des Berliner Start-up ist ebenso simpel wie clever. Innerhalb der Versicherungen werden kleine Kundengruppen gebildet, mit dem Ziel – Beiträge zu sparen. Hierbei handelt es sich um Kunden, die zumeist keine oder nur sehr geringe Schäden bei ihrem Versicherer melden.

Für die einzelnen Gruppen werden anschließend Schadensfreiheitsrabatte ausgehandelt. Hierzu arbeitet das Unternehmen als Makler mit rund 90 Versicherungen zusammen. Die erzielten Rabatte werden gemeinsam mit den laufenden Provisionen teilweise wieder an die Kunden zurückgezahlt.

Abgedeckt wurden zunächst Hausrat-, Rechtsschutz, Haftpflicht- oder Unfallversicherungen. Mittlerweile wurden auch Kfz-Policen aufgenommen und in Kürze sollen Wohngebäudeversicherungen folgen.

Kleinere Schäden werden selbst übernommen

Sollten innerhalb der Friendsurance-Gruppe dennoch Schäden anfallen, reduziert sich die Rückzahlung für alle oder geht komplett verloren. Für kleinere Beträge kommt ein eigens bereitgestellter Gruppentopf auf. Größere Schäden werden vom Versicherer übernommen. Ist kein Geld mehr im Topf, um die fälligen Selbstbeteiligungen zu zahlen, greift eine Spezialversicherung. So sollen die Kunden vor einer nachträglichen finanziellen Belastung geschützt werden.

Branchengrößen reagieren skeptisch

Das Berliner Unternehmen konnte bisher nicht alle Versicherer von ihrem Konzept überzeugen. So gehören einige große Assekuranzen wie Allianz und HUK noch nicht zu den Partnern. Nach Ansicht von Branchenführer Allianz seien Gruppenverträge nichts Neues und man würde selbst neue Digital-Strategien ausloten. Die HUK hält das Konzept von Friendsurance gar für nicht kalkulierbar. Kunden des Portals müssen sich trotz der Bedenken vorerst keine Sorgen machen. Ihre Rückzahlungen dürfen sie in jedem Fall behalten.

Mittlerweile hat die Idee immer mehr Versicherungsnehmer überzeugt. Alleine 2015 kamen mehr als 100.000 Neukunden hinzu. Zahlreiche Investoren wie der Otto Group Ventures, die German Startups Group sowie der Europäische Fonds für regionale Entwicklung sorgen für eine gesicherte Finanzierung.

Bild: © Depositphotos.com / Kzenon


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Über den Autor Hanspeter Volk

Hanspeter Volk ist 47 Jahre alt, verheiratet und lebt in Berlin. Der Fachjournalist für Finanzen schreibt Artikel für verschiedene Online-Portale. Bei finanzen-heute.com informiere ich regelmäßig über Neuerungen in der Finanzbranche.