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<span class=ns>News:</span> Verbraucherzentralen mahnen Banken wegen Basiskonten ab

Ausgerechnet Menschen mit wenig Geld müssen für ihr Girokonto die höchsten Gebühren zahlen. Dies geht aus einer Untersuchung des Bundesverbands der Verbraucherzentralen hervor. Den betroffenen Instituten stehen nun Klagen ins Haus.

Anspruch auf Konto für jeden

Mit Inkrafttreten des neuen „Zahlungskonten-Gesetzes“ haben nun auch überschuldete Personen, Obdachlose oder Flüchtlinge Anspruch auf ein eigenes Girokonto. Laut Gesetz sollen diese zu „marktüblichen“ und „angemessenen Konditionen“ angeboten werden. Einzige Bedingung für ein sogenanntes Basiskonto ist, dass der Betroffene sich legal in der EU aufhält. Im letzten Jahr waren in Deutschland rund 600.000 Personen ohne Bankkonto. Durch die hohe Zahl an Flüchtlingen dürfte diese Zahl noch kräftig steigen. Obwohl das Risiko aufgrund der fehlenden Überziehungsmöglichkeit recht gering ist, scheinen viele Banken diesen Kundenkreis durch hohe Gebühren abschrecken zu wollen.

Kritik der Verbraucherschützer

Hiervon geht zumindest der Bundesverband der Verbraucherzentralen aus. Stichproben haben ergeben, dass viele Banken eine überhöhte Grundgebühr bzw. hohe Gebühren für einzelne Leistungen wie beleghafte Überweisungen verlangen. Nach Ansicht der Verbraucherzentralen verstoßen nahezu alle Banken gegen die Bestimmungen des Gesetzes. Bei der Deutschen Bank gehört das Basiskonto zu den teuersten Girokonten im Portfolio. Neben einer monatlichen Grundgebühr von 8,99 Euro fallen noch weitere Kosten von 1,50 Euro für beleghafte Überweisungen an. Für gerade einmal einen Euro mehr im Monat erhalten Kunden mit dem „db BestKonto“ das Premium-Angebot.

Ebenfalls abgemahnt wurde die Holsteiner Sparkasse. Hier ist das Basiskonto mit monatlich 8,95 Euro genauso teuer wie das Premiumprodukt „Holstein Giro Komfort“. Die Targobank lässt sich ihr Basiskonto ebenfalls teuer bezahlen. Für 8,95 Euro im Monat sind 10 Transaktionen inklusive. Für jede weitere fallen 0,55 Euro an. Im Gegenzug erhalten Kunden mit einem monatlichen Geldeingang von mehr als 600 Euro das Online Konto gratis.

Es gibt auch löbliche Beispiele

Dass es auch anders geht zeigt die Frankfurter Volksbank. Hier gibt es das Basiskonto für nur 3 Euro pro Monat. Überweisungen per Online Banking sind gratis, andere Buchungen schlagen mit 0,35 Euro zu Buche. Beleghafte Überweisungen kosten 0,50 Euro. Im Vergleich mit den anderen Gebühren bewegen sich die Kosten im unteren Bereich. Die Frankfurter Sparkasse gehört ebenfalls zu den löblichen Ausnahmen. Für monatlich 6,90 Euro sind sämtliche Transaktionen enthalten.

Bild: © Depositphotos.com / Imilian

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Über den Autor Hanspeter Volk

Hanspeter Volk ist 47 Jahre alt, verheiratet und lebt in Berlin. Der Fachjournalist für Finanzen schreibt Artikel für verschiedene Online-Portale. Bei finanzen-heute.com informiere ich regelmäßig über Neuerungen in der Finanzbranche.