Zahl der Riester-Rentenversicherungen geht weiter zurück

Zahl der Riester-Rentenversicherungen geht weiter zurück

Zahl der Riester-Rentenversicherungen geht weiter zurück – finanzen-heute.com

Zwischen April und Juni 2016 ist die Zahl der Riester-Verträge deutschlandweit um rund 10.000 gestiegen. Nach der aktuellen Statistik des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) geht der Anstieg in erster Linie auf Wohn-Riester-Verträge zurück. Diese legten im Vergleich zum vorigen Quartal um gut 2,3 Prozent zu. Im Vergleich zum Jahresende lag der Zuwachs sogar bei 4 Prozent. Bei den Rentenversicherungen gab es dagegen erneut ein Minus von 0,2 Prozent. Unter Berücksichtigung der Kündigungen ging deren Zahl um gut 22.000 zurück. Bei den staatlich geförderten Banksparplänen ging der Bestand mit 1,3 Prozent noch stärker zurück.

GDV zeigt sich vom Rückgang nicht überrascht

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) reagierte gelassen auf rückläufige Entwicklung. Verantwortlich hierfür sei, dass es sich bei den Rentenversicherungen um das älteste Rieset-Produkt handelt. Aus diesem Grund laufen die Verträge früher aus und es kommt häufiger zu einem Anbieter-Wechsel. Zudem geht der Verband nach davon aus, dass die Versicherungen auch 2016 mit rund 66 Prozent den größten Anteil bei den Riester-Verträgen einnehmen. Im vergangenen Jahr sind nach Angaben des GDV rund 370.000 neue Policen abgeschlossen worden.

Nachbesserungen gefordert

Experten kritisieren, dass es in den letzten 15 Jahren kaum zu Nachbesserungen gekommen ist. Insbesondere was die Höhe der Zulagen betrifft fehle es an der nötigen Dynamik. Alf Neumann, Produktvorstand der Allianz Lebensversicherung regt zudem an, den Kreis der Förderberechtigten auf Selbstständige zu erweitern. Für diese Personengruppe gibt es nur die Rürup-Rente, welche allerdings noch weniger beliebt ist als Riester.

Die Politik beschäftigt sich derzeit damit, wie sich die Riester-Rente attraktiver machen lässt. Allerdings sieht man in Berlin neben der Stagnation bei Neuverträgen noch ein weiteres Problem. Das BMAS schätzt, dass für rund 20 Prozent aller Riester-Verträge keine Beitragsleistungen erbracht werden, also beitragsfrei gestellt sind. Vertragsinhaber können bei Renteneintritt kaum mit Leistungen aus ihrem Riester-Vertrag rechnen.

Bild: © Depositphotos.com / Fraenks

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Über den Autor Hanspeter Volk

Hanspeter Volk ist 47 Jahre alt, verheiratet und lebt in Berlin. Der Fachjournalist für Finanzen schreibt Artikel für verschiedene Online-Portale. Bei finanzen-heute.com informiere ich regelmäßig über Neuerungen in der Finanzbranche.