Die gefährlichen Folgen der Globalisierung » Finanzen Heute

Die gefährlichen Folgen der Globalisierung

Ein viel zu niedriges Wachstum, ein viel zu großer globaler Handel und die verlorene Fähigkeit, Schulden zu machen – das sind nur drei Punkte, die die OECD in ihrem neuen Bericht anprangert. Vor allem das niedrige Wachstum der einzelnen Staaten ist ein Sorgenkind, denn es sorgt dafür, dass immer weniger gehandelt wird und dass wichtige Investitionen ausbleiben. Die Globalisierung steht auf dem Prüfstand, denn so wie es Moment läuft, kann es nach Ansicht der Ökonomen der OECD nicht weitergehen.

Die Weltwirtschaft sitzt in der Falle

Die OECD läutet die Alarmglocken und hofft, dass die Staaten dieser Welt sie auch hören, denn die Diagnose für die internationale Wirtschaft und die damit verbundene Globalisierung ist dramatisch. Nach Meinung der Ökonomen der OECD sitzt die Weltwirtschaft in einer gefährlichen Falle, aus der sie nicht mehr so schnell herauskommt. Man dreht sich in einer Art Teufelskreis, der sich Globalisierung nennt und der für ein schwindendes Wachstum sorgt, das immer mehr enttäuscht, weil immer weniger gehandelt wird. Investitionen bleiben aus, die Löhne können nicht mehr steigen und damit wird letztendlich wieder das Wachstum belastet.

Die Globalisierung schrumpft immer weiter

Was den Experten der OECD besonders große Sorgen macht, ist die Tatsache, dass international immer weniger gehandelt wird. Alleine im ersten Quartal 2016 schrumpfte der Welthandel und er wird aller Voraussicht nach in diesem Jahr auch weniger wachsen als die internationale Wirtschaftsleistung. Das bedeutet, die Globalisierung hat praktisch aufgehört, zu existieren. Die schlechte Prognose gilt jedoch auch für das kommende Jahr und so ist zu befürchten, dass die Welt sich wieder dort befindet, wo sie was Handel und Wachstum angeht, schon einmal zwischen 1976 und 1985 war.

Immer weiter nach unten

Die OECD musste ihre Wachstumsprognosen für die Globalisierung und das damit verbundene Wachstum immer wieder nach unten korrigieren, für einige Staaten gilt das sogar in einem besonderen Maße. Zwar kann sich das Wachstum noch zum Positiven entwickeln, aber sie ist weit von den historischen Zahlen und Werten entfernt. In diesem Jahr wird die Weltwirtschaft wohl um 2,9 % wachsen, im vergangenen November war man bei der OECD aber von einem Wachstum von 3,3 % ausgegangen, diese Zahl wurde dann aber auf drei Prozent herabgesetzt und liegt jetzt schon unter diesem sehr niedrigen Wert.

Die Politik ist überfordert

Die Notenbanken dieser Welt sind einfach nicht mehr in der Lage, die Wirtschaft auf einen stabilen Kurs zu bringen und das trotz der extrem niedrigen Zinsen. Viele Milliarden billige Yen, Euro und Dollar sind bereits in die Finanzsysteme der Länder gepumpt worden, aber das Wachstum springt trotzdem nicht wie gewünscht an. Was allerdings zunimmt, das sind die Risiken der Notenbankpolitik und das zeigt den Ökonomen der OECD, wie überfordert die Politik mittlerweile ist. Diese Überforderung sorgt für eine gefährliche Verzerrung auf den Finanzmärkten und die Anleger müssen für mehr als ein Drittel aller ausstehenden Schulden aufkommen und mit negativen Erträgen leben.

Was fordert die OECD?

Die OECD will mit ihrem Bericht erreichen, dass die Regierungen der reichen Industrienationen die niedrigen Zinsen endlich nutzen und Schulden im großen Stil machen. Das Geld sollte dann in Wachstums- und Konjunkturpakete gesteckt werden, denn nur so kann das wirtschaftliche Wachstum auf Dauer richtig in Fahrt kommen. Das Geld muss zum Beispiel in den Ausbau digitaler Netze, in Straßen, vor allem aber in Bildung und in die Betreuung von Kindern investiert werden, denn von diesen Maßnahmen profitiert nicht nur die Regierung eines Landes, sondern auch seine Bürger. Diese Forderungen werden jedoch nicht nur von der OECD gestellt, auch die Politiker aus Italien und Griechenland sowie der Internationale Währungsfonds IWF verlangen schon seit längerer Zeit, dass es nur durch höhere staatliche Ausgaben gelingt, das Wachstum zu stärken.

Bild: © Depositphotos.com / scyther5

Die gefährlichen Folgen der Globalisierung
5 (100%) 1

Ihnen hat der Beitrag gefallen? Hier geht es zu weiteren interessanten Themen …
Wollen Sie immer aktuell bleiben? Unsere Gratis Handy App installieren …


Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.