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<span class=ns>News:</span> Deutsche Bank sieht keine Notwendigkeit für Staatshilfen

Die Aktie der Deutschen Bank liegt aktuell auf einem Rekordtief, Bedarf nach staatlichen Hilfen gibt es nach Ansicht des größten deutschen Geldhauses jedoch nicht. Nachdem es vermehrt Spekulationen über mögliche Staatshilfen gab hat sich Vorstandschef John Cryan nun klar geäußert. Dies sei zu keinem Zeitpunkt ein Thema gewesen und er habe Kanzlerin Merkel nicht um Hilfe gebeten sagte Cryan in einem Interview mit der Bild-Zeitung. Bereits am Vortag hatte Regierungssprecher Seibert entsprechenden Spekulationen eine Absage erteilt.

Deutsche Bank unter Druck

Dem Geldhaus steht derzeit in den USA eine Rekordstrafe von 14 Milliarden Dollar (umgerechnet 12,5 Milliarden Euro) ins Haus. Dies ergibt sich aus Vergleichsforderungen rund um vor der Finanzkrise getätigten Hypothekengeschäften. Die Forderung hatte unmittelbar nach Bekanntwerden einige Unruhe ausgelöst. Cryan machte nun nochmals klar, dass man diese Summe in keinem Fall zahlen werde. Es sei normal, dass mit überhöhten Forderungen in ein solches Verfahren eingestiegen werden. Er gehe von fairen Verhandlungen aus, wie diese auch bei bereits verglichenen amerikanischen Banken geführt wurden.

Keine Kapitalerhöhung geplant

Bei den Anlegern besteht dennoch Verunsicherung. Seit Jahresbeginn hat die Aktie mehr als die Hälfte an Wert verloren. Mit 10,18 Euro stand das Papier am Dienstag auf einem neuen Tiefpunkt. Es wird befürchtet, dass die Rückstellungen für die im Raum stehenden Strafzahlungen nicht ausreichen. Am Mittwoch zeigte sich die Aktie leicht erholt.

Eine Kapitalerhöhung ist trotz der aktuellen Turbulenzen nicht vorgesehen. Die aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen werden in vollem Umfang erfüllt. Im Vergleich zu früheren Zeiten befänden sich in den Büchern weit weniger Risiken, betonte Cryan.

Konzernumbau schreitet voran

Der Brite steht seit Juli 2015 an der Konzernspitze und möchte den Konzern grundlegend umbauen. Hierzu gehört weiterhin auch der geplante Verkauf der Postbank. Für die britische Lebensversicherungstochter Abbey Life wurde bereits ein Käufer gefunden. Für 935 Millionen Pfund (1,1 Mrd Euro) geht das Unternehmen an den britischen Versicherer Phoenix Life. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich durch den Verkauf um 0,1 Prozent. Da der Preis deutlich unter dem Buchwert lag ergab sich jedoch ein Vorsteuerverlust von 800 Millionen Euro. Geplant ist zudem der Abbau von rund 9.000 Stellen. Hier seien die Verhandlungen mit dem Betriebsrat nach Angabe von Cryan weitgehend abgeschlossen.

Bild: © Depositphotos.com / hansenn

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Über den Autor Hanspeter Volk

Hanspeter Volk ist 47 Jahre alt, verheiratet und lebt in Berlin. Der Fachjournalist für Finanzen schreibt Artikel für verschiedene Online-Portale. Bei finanzen-heute.com informiere ich regelmäßig über Neuerungen in der Finanzbranche.