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<span class=ns>News:</span> Prämienerhöhungen – Preisschock bei der privaten Krankenversicherung

Millionen von Privatversicherten müssen mit deutlichen Prämienerhöhungen rechnen. Die Krise bei der PKV könnte im nächsten Jahr für den stärksten Preisanstieg in diesem Jahrtausend führen. Zu den Gründen gehört neben dem aktuellen Niedrigzins der medizinische Fortschritt sowie die Demografie. Je nach Tarif können die Prämien um bis zu 50 Euro im Monat steigen. Betroffen hiervon sind auch Vorzeigeanbieter wie die Debeka.

Zinsniveau als Hauptursache

Zuletzt gab es 2010 eine kräftige Beitragserhöhung. Damals ging es durchschnittlich um 6,9 Prozent. Aktuell kommt besonders viel auf die Versicherer zu. Der medizinische Fortschritt kostet die Kunden zwischen drei und vier Prozent jährlich. Ein Teil der Beiträge wird in Altersrückstellungen investiert, um ältere Versicherte vor übermäßigen Preisanstiegen zu bewahren. Die abgezweigten Gelder werden von den Versicherungen auf dem Kapitalmarkt angelegt. Aufgrund der aktuell sehr niedrigen Renditen muss nun mehr Geld bei den Kunden eingesammelt werden. Mit diesem Problem schlagen sich derzeit auch die Lebensversicherer herum. Nach einer Faustformel kostet jedes Prozent weniger Rendite die Versicherten einen Aufschlag von 10 Prozent.

Junge Versicherte besonders betroffen

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Beträge, die nicht am Kapitalmarkt erwirtschaftet werden können, durch eine Erhöhung ausgeglichen werden müssen. Da der Zinseffekt bei jüngeren Versicherten über einen längeren Zeitraum zum Tragen kommt, könnte diese Gruppe besonders stark betroffen sein.

Viele Tarife sind jedoch bereits mit einem niedrigen Zins kalkuliert. Muss der Versicherer hier Anpassungen vornehmen, kann es auch für Ältere kräftig nach oben gehen. Überwacht wird das Ganze durch die Aufsichtsbehörde BaFin. Diese legt für die Unternehmen den aktuariellen Unternehmenszins, kurz AUZ fest.

Dass der Anstieg nun überproportional hoch ausfällt, hängt mit einer Besonderheit der PKV zusammen. Die Versicherer dürfen ihre Prämien nur in größeren Abstand an den medizinischen Fortschritt anpassen. Diese Anpassung fällt nun zusammen mit dem negativen Zinseffekt an.

Kaum ein Weg zurück

Preisanstiege treffen Kunden bei der privaten Krankenversicherung besonders hart. Im Gegensatz zu anderen Policen wie der Autoversicherung lässt sich der Anbieter nicht so ohne Weiteres wechseln. Denn beim Wechsel steht wieder eine neue Gesundheitsprüfung an. Selbst wenn diese bestanden wird, führt das höhere Alter zu einem deutlichen Anstieg bei der Prämie.

Die Rückkehr in die GKV ist nur in Sonderfällen möglich, wenn das Einkommen beispielsweise aufgrund eines Jobwechsels wieder unter die Versicherungspflichtgrenze fällt. Für Personen ab 55 Jahren ist der Weg in die gesetzliche Krankenversicherung generell verschlossen.

Bild: © Depositphotos.com / peshkova

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Über den Autor Hanspeter Volk

Hanspeter Volk ist 47 Jahre alt, verheiratet und lebt in Berlin. Der Fachjournalist für Finanzen schreibt Artikel für verschiedene Online-Portale. Bei finanzen-heute.com informiere ich regelmäßig über Neuerungen in der Finanzbranche.