News: Pfund Crash – Brexit Angst erreicht die Finanzmärkte » Finanzen Heute

<span class=ns>News:</span> Pfund Crash – Brexit Angst erreicht die Finanzmärkte

Für die breite Öffentlichkeit blieben die Folgen des Brexit-Votums bisher weitgehend im Verborgenen. In Convent Garden, Londons beliebtem Einkaufsviertel, steigt die Zahl der leerstehenden Geschäfte. Immer häufiger stellen Immobilienbesitzer ein „Zu vermieten“-Schild in ihr Schaufenster. Dagegen blieb es auf den Finanzmärkten bis auf einen kleineren Kursrutsch direkt nach dem Votum noch relativ ruhig. Nun ist das Britische Pfund jedoch auf den tiefsten Stand seit 30 Jahren gerutscht. Die Märkte reagierten damit auf Aussagen von Theresa May, keinesfalls Kompromisse mit der EU eingehen zu wollen.

Wert des Pfund sinkt kräftig

Seit dem Wochenende ging es für das Britische Pfund kräftig nach unten. Unmittelbar nach dem Referendum war der Kurs bereits von 1,30 Euro auf unter 1,20 Euro gesunken. Anschließend hat sich die Währung auf einem Wert zwischen 1,15 und 1,20 Euro stabilisiert. Am Dienstag ging es dann erstmals unter die Marke von 1,15 Euro.

Im Vergleich zum US-Dollar kam es ebenfalls zu neuen Tiefstständen. War ein Pfund vor dem Referendum noch 1,28 Dollar wert, sank der Kurs mittlerweile auf unter 1,28 Dollar. Anzeichen für ein Ende der Talfahrt gibt es derzeit nicht.

Hauptgrund für den neuerlichen Kursrutsch war der Parteitag der britischen Konservativen. Auf diesem hatte Theresa May klargemacht, bis zum Ende des ersten Quartals 2017 den Austritt aus der EU zu beantragen. Experten interpretierten ihre Rede dahingehend, dass sie einen harten Brexit mit der Europäischen Union vorzieht. Ein harter Brexit bedeutet den Verlust des Zugangs zum EU-Binnenmarkt, was für die britische Wirtschaft enorme Folgen hätte.

„Freizügigkeit ist absolut entscheidend“

Voraussetzung für einen freien Zugang zum EU-Binnenmarkt ist, dass Arbeitnehmern aus anderen Staaten ebenfalls ein freier Zugang zum eigenen Arbeitsmarkt gewährt wird. Zwar hoffen einige britische Politiker noch auf die Kompromissbereitschaft der EU, für Experten gibt hierfür jedoch keine Chance. Für die restlichen 27 Länder ist die Freizügigkeit des Arbeitsmarktes ein entscheidendes Thema.

Dieses Recht möchten die Briten nun kippen. Nach dem Parteitag sieht es so aus, als ob die Premierministerin auch hier keine Kompromisse eingehen möchte. Dies machte sie auch bei ihrem jüngsten USA-Besuch deutlich. Für die Wall Street wäre es wichtig, dass Großbritannien ein Teil des EU-Binnenmarktes bleibt. Viele Banken nutzen das Land als Sprungbrett auf den europäischen Markt.

Bild: © Depositphotos.com / stuartmiles

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Über den Autor Hanspeter Volk

Hanspeter Volk ist 47 Jahre alt, verheiratet und lebt in Berlin. Der Fachjournalist für Finanzen schreibt Artikel für verschiedene Online-Portale. Bei finanzen-heute.com informiere ich regelmäßig über Neuerungen in der Finanzbranche.