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<span class=ns>News:</span> Koalition erzielt Einigung beim Kinderzuschlag

Union und SPD haben sich bezüglich der Anhebung des Kinderzuschlags geeinigt. Gleichzeitig hat sich die Koalition auf Steuererleichterungen für die Jahre 2017 und 2018 verständigt. Zum 01.01.2017 soll der Zuschlag für Geringverdiener um monatlich 10 Euro auf dann 170 Euro steigen.

Einigung zwischen Schleswig und Schäuble

Die Entlastungen haben insgesamt ein Volumen von 6,3 Milliarden Euro. Hiervon werden 2,6 Milliarden Euro bereits 2017 wirksam. Bundesfamilienministerin Schleswig hatte die Erhöhung des Familienzuschlags vehement gefordert. Hiervon hat sie ihre Zustimmung für die von Finanzminister Schäuble gewünschten Steuererleichterungen abhängig gemacht. Nach der Einigung können nun beide Vorhaben realisiert werden. Wie aus Regierungskreisen bekannt wurde diese im Vorfeld des Spitzengesprächs der Parteichefs beider Parteien fixiert.

Vom Kinderzuschlag profitieren Eltern die mit ihrem Einkommen zwar den eigenen Bedarf decken, ihre Kinde jedoch nicht angemessen versorgen können. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Eltern nur wegen ihrer Kinder auf Hartz IV angewiesen sind.

Erhöhung beim Kindergeld

Bezüglich der Steuererleichterungen sieht der Gesetzentwurf für 2017 eine Erhöhung des steuerlichen Grundfreibetrags von 8.652 Euro auf 8.820 Euro vor. Im Folge Jahr geht es dann nochmals um 180 Euro auf 9.000 Euro nach oben. Der Kinderfreibetrag soll 2017 um 108 Euro auf 4.716 Euro und 2018 nochmals um 72 Euro auf dann 4.788 Euro steigen. Beim Kindergeld hat sich die Koalition um eine Erhöhung von jeweils 2 Euro in den nächsten beiden Jahren geeinigt.

Durch die steuerlichen Maßnahmen soll der der sogenannten kalten Progression entgegengewirkt werden. Ansonsten würden die beschlossenen Lohnsteigerungen durch eine höhere Steuerbelastung zumindest teilweise wieder zunichtegemacht.

Sozialverbände üben Kritik

Für Sozialverbände und Opposition fällt die geplante Erhöhung des Kinderzuschlags zu niedrig aus. So ließe sich die Kinderarmut in Deutschland nicht wirksam bekämpfen kritisierten Politiker der Linken. Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider, bezeichnete die Erhöhung als „unglaubliche Farce“.

Schneider kritisierte vor allem, dass Spitzenverdiener durch die Anhebung des Kinderfreibetrags deutlich mehr profitieren als Normalverdiener mit der geringen Anhebung des Kindergelds. Die Kluft zwischen armen und reichen Familien würde deshalb eher steigen als zurückgehen.

Der Kinderzuschlag wurde generell als Bürokratiemonster kritisiert. Zum einen würde viele Eltern abgelehnt, zum anderen wisse ein Großteil von dieser Möglichkeit nichts. Aktuell nimmt nur ein Drittel der Berechtigten die Leistung in Anspruch.

Bild: © Depositphotos.com / Kireyonok

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Über den Autor Hanspeter Volk

Hanspeter Volk ist 47 Jahre alt, verheiratet und lebt in Berlin. Der Fachjournalist für Finanzen schreibt Artikel für verschiedene Online-Portale. Bei finanzen-heute.com informiere ich regelmäßig über Neuerungen in der Finanzbranche.