Die EEG-Umlage steigt – so teuer wird Strom 2017 » Finanzen Heute

Die EEG-Umlage steigt – so teuer wird Strom 2017

Strom ist teuer und er wird im nächsten Jahr noch teurer, denn die EEG-Umlage steigt, und zwar um 6,88 Cent für jede Kilowattstunde. In wie weit sich diese Erhöhung der Strompreise auf die einzelnen Haushalte auswirken wird, das kann heute noch niemand sagen, aber eines steht jetzt schon fest, es sind wieder die Verbraucher, die für die Energiewende zahlen müssen. Nicht nur Experten sind der Meinung, dass das Fördersystem vollkommen aus dem Ruder läuft und die Folgen nicht mehr absehbar sind.

Umweltfreundlich, aber kostspielig

Wind, Wasser und Sonne stehen immer und in unbegrenzter Menge zur Verfügung. Es bietet sich daher an, diese natürlichen Ressourcen zu nutzen, um damit Strom zu erzeugen, der sauber und umweltfreundlich ist. Fast alle können sich mit dem Gedanken an eine umweltfreundliche Energie anfreunden, aber kaum jemand ist bereit, dafür mehr Stromkosten zu bezahlen. Das ist aber nach Ansicht der Politik nötig, denn schließlich muss der Ausbau der erneuerbaren Energie bezahlt werden und das geschieht durch die sogenannte EEG-Umlage. Seit Bundeskanzlerin Angela Merkel die Energiewende ausgerufen hat, steigen die Strompreise und jetzt ist es also wieder einmal so weit. Die EEG-Umlage steigt und die Verbraucher werden auf der Stromrechnung sehr deutlich sehen, wie teuer die Energiewende wird.

Die EEG-Umlage steigt – was ist mit der Kostenbremse?

Es ist noch nicht allzu lange her, da versprach der Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel den Bürgern eine Kostenbremse für die Stromkosten, aber das war bislang nur reines Wunschdenken. Im kommenden Jahr wird die EEG-Umlage viereinhalb mal so stark wachsen wie die Wirtschaft und das stellt vor allem viele Unternehmen vor sehr große Probleme. Die hohen Kosten für die Energie können für die Industrieunternehmen zu einem Standortproblem werden. Daher fordert unter anderem der Handelsverband Deutschland eine Reduzierung der Kosten für die Energiewende, aber auch endlich eine faire Verteilung der finanziellen Belastungen.

Windstrom, der nicht genutzt wird

Viele fragen sich vielleicht, warum die EEG-Umlage steigt und der Strom immer teurer wird. Die Antwort auf diese Frage ist einfach, denn wenn die Börsenpreise für Strom niedrig sind, dann zahlen die Energieunternehmen natürlich weniger für den Ökostrom, aber sie geben die niedrigen Preise leider nicht an die Kunden weiter. Das Erstaunliche an dieser Praxis ist aber, dass unter anderem Windstrom immer weniger genutzt wird. Nach der Neuordnung der Ökostrom-Förderung, die ab 2017 in Kraft tritt, sollen im Norden Deutschlands deutlich weniger Anlagen für Windkraft gebaut werden, als bislang geplant. Das heißt, in die Regionen, wo es besonders viele Windkraft-Anlagen gibt, muss man mit der Hälfte der eigentlich geplanten Neubauten auskommen, der Ökostrom wird also gar nicht genutzt.

Der Bau der Stromleitungen geht schleppend voran

Es ist im Grunde ganz einfach, im Norden werden die Windkraft-Anlagen gebaut, weil es dort die besten Voraussetzungen gibt. Von dort aus wird der Strom aus Windkraft dann über die Nord-Süd Stromleitungen auf den Rest der Republik verteilt. Dazu ist es aber nötig, dass ausreichend Stromleitungen gebaut werden und genau hier kommt es zu Problemen, denn der Ausbau kommt nur schleppend voran. Im Norden wird die Windkraft zu Strom gemacht, aber kaum jemand kann davon überhaupt profitieren. Angeblich machen vor allem die Windanlagen Schwierigkeiten, die an Land stehen, denn sie sorgen für Engpässe im Übertragungsnetz. Vor Ort, also in Norddeutschland, wird der Strom nicht gebraucht, aber zu den großen Verbraucherzentren im Süden kann er nicht transportiert werden und für diese Schieflage müssen die Verbraucher höhere Strompreise zahlen, weil eben die EEG-Umlage steigt.

Wer beim Strom sparen will, der muss sich die Mühe machen und die Anbieter sehr genau miteinander vergleichen. Da der Strommarkt heiß umkämpft ist, werden die Preise sehr genau kalkuliert und das sollten sich die Verbraucher zunutze machen.

Bild: © Depositphotos.com / Aitormmfoto


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Über den Autor Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen und bezeichnet sich selbst als flexibel, aufgeschlossen und wissbegierig.